Schwimmen Franziska van Almsick meldet sich in der Weltspitze zurück

Vom Ende der sportlichen Laufbahn war schon die Rede gewesen, Rückschläge und Enttäuschungen prägten zuletzt ihre Karriere. Doch jetzt hat sich die Schwimmerin Franziska van Almsick in der Weltelite zurück gemeldet - und "schuld" daran ist ein anderer Spitzensportler.


Jubel nach der Weltjahresbestzeit: Franziska van Almsick
DPA

Jubel nach der Weltjahresbestzeit: Franziska van Almsick

Warendorf - Bei den deutschen Meisterschaften in Warendorf gewann die Berlinerin die 200 m Freistil in der Weltjahresbestzeit von 1:57,74 Minuten. So schnell ist sie seit ihrem Weltrekord vor acht Jahren nicht mehr gewesen. Mit dieser Zeit hätte sie in Sydney sogar Olympia-Gold gewonnen.

"Ich kann es noch gar nicht fassen, dass ich so schnell geschwommen bin, ich könnte alle umarmen", sagte sie nach ihrem Triumph. "Franzi" erobert sich die Schwimm-Welt neu: "Ich will noch mehr. Jetzt bin ich dran." Ihr Weltrekord steht seit dem 6. September 1994 in Rom bei 1:56,78 Minuten. Er ist seit Samstag nicht mehr unerreichbar. Zwei Jahre nach dem Olympia-Debakel von Sydney ist van Almsick auch im Wasser wieder glücklich.

"Ich liebe diesen Mann so"


Trainer Norbert Warnatzsch hat sie in die Weltelite zurück geführt. Doch vor allem ihr Freund, der Handballer Stefan Kretschmar, sei "schuld" an ihrem Erfolg. "Er hat mir unheimlich viel Kraft gegeben und mir die Freude am Schwimmen zurückgebracht", sagte sie in Warendorf, "ich liebe diesen Mann so. Er stützt und motiviert mich." Natürlich will sie nun bei der Europameisterschaft Ende Juli in ihrer Heimatstadt Berlin den Titel. Auch die Weltmeisterschaften im kommenden Jahr in Barcelona und Olympia 2004 in Athen sind wieder ein Thema.

"Es war richtig, dass ich immer an mich geglaubt habe. Wenn ich in Berlin noch einmal so schnell bin, habe ich auf jeden Fall eine Medaille sicher", kommentierte sie ihre Leistungsexplosion nach der jahrelangen Talsohle. 1997 nach einem Handwurzelbruch bei einem Motorradunfall schien ihre Laufbahn als Profischwimmerin bereits beendet. 2001 warf sie ein Bandscheibenvorfall aus der Bahn.

Dass es jetzt sportlich wieder so gut läuft, schreibt sie neben dem privaten Glück ihrem "tollen Trainer" und ihrer Trainingsgruppe bei der SG Neukölln zu. "Da geier ich sieben Männern hinterher", sagt die Schwimm-Diva, "und die treten mir auch in den Arsch, wenn es sein muss."



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.