Schwimmen Steffen und Verband beenden Streit

Alle haben sich wieder lieb: Britta Steffen und der Deutsche Schwimm-Verband haben ihren Konflikt beigelegt - pünktlich zum Weltcup in Steffens Heimatstadt Berlin. Doch die öffentlich gemachte Harmonie trügt.

Schwimm-Star Steffen: "Ich war ein Stück weit zu überheblich"
dapd

Schwimm-Star Steffen: "Ich war ein Stück weit zu überheblich"


Hamburg - "Britta ist glücklich, alle sind glücklich." Mit diesem Satz fasst Claudia Lindner, Managerin von Schiwmm-Olympiasiegerin Britta Steffen, den aktuellen Stand im Streit zwischen der 27-Jährigen und dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) zusammen. Und DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow ergänzt: "Das Konfliktpotenzial ist beseitigt. Alle Seiten fühlen sich besser."

Worum geht es? Bei der Schwimm-WM in Shanghai im Juli erlebte Steffen ein sportliches Desaster. Nach ihrem schwachen Auftritt über 100 Meter Freistil hatte sie alle weiteren Starts bei den Titelkämpfen abgesagt. Nach der heftigen Kritik an ihrer Person war Steffen aus China geflüchtet und anschließend abgetaucht. Der DSV hatte daraufhin angekündigt, Steffen unter Umständen bestrafen zu wollen, was diese mit den Worten kommentierte: "Ich bin gespannt, was da noch kommt. Ich weiß aber nicht, welchen Schaden ich angerichtet haben soll. Ich glaube, ich bin mit der WM gestraft genug."

Nun steht fest: Es kommt gar nichts mehr. "Die hohen Wellen, die dieses Thema ausgelöst hat, sind geglättet", sagte Steffens Heimtrainer Norbert Warnatzsch. Die wochenlangen Diskussionen über eine mögliche Sanktion seien jedoch nicht spurlos an der Schwimmerin vorbeigegangen: "Sie ist froh, dass die Kuh vom Eis ist. Natürlich war das eine psychische Belastung für sie."

Steffen künftig Schirmherrin eines Jugend-Förderprojekts

Es ist wohl kein Zufall, dass die plötzliche Harmonie zwischen Steffen und dem DSV kurz vor dem Weltcup am Wochenende in Berlin, der Heimatstadt der Athletin, öffentlich kommuniziert wird. Dort wird sich Steffen am Samstag nach den Finals mit Vertretern der DSV-Schwimmjugend treffen und unterstützt künftig als Schirmherrin ein Jugend-Förderprojekt des Verbandes.

Steffens Engagement im Nachwuchsbereich darf als Kompromiss im Streit zwischen ihr und dem Verband, der nach dem Vorfall in Shanghai vorschnell Sanktionen angekündigt hatte, gewertet werden. Schließlich hatte Steffen noch im September gesagt: "Ich habe die Reißleine gezogen und ich glaube, dass der Weg, den ich gegangen bin, richtig war. Ich würde es wieder so machen." Gegenüber der "Financial Times" räumte sie nun immerhin ein: "Ich war ein Stück weit zu überheblich." An der offiziellen Weltcup-Pressekonferenz am Freitag in Berlin wird Steffen nicht teilnehmen.

ham/sid/dapd

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