Studie der Sporthochschule Die Angst vorm Coming-out

Schwullesben, Trans- und Intersexuelle - es gibt sie selbstverständlich im Sport, aber die meisten haben nach wie vor Angst, ihre sexuelle Orientierung zu offenbaren. Das ist das Ergebnis einer EU-weiten Studie.

Unter der Regenbogenflagge
Stefanie Loos REUTERS

Unter der Regenbogenflagge


Viele schwullesbische, bi- und transsexuelle Sportler befürchten nach wie vor Diskriminierungen und Beleidigungen, wenn sie ihre sexuelle Orientierung offenbaren. Das ist das Ergebnis einer EU-weit angelegten Studie der Deutschen Sporthochschule in Köln, die jetzt veröffentlicht wurde. Im Rahmen der Studie, die von dem europäischen Erasmus-Projekt in Auftrag gegeben wurde, wurden mehr als 5000 Lesben, Schwule, Transgender und Intersexuelle befragt.

Demnach halten 90 Prozent der Befragten Homo- und Transphobie für ein "aktuelles Problem im Sport". Ein Fünftel verzichtet aufgrund ihrer sexuellen Orientierung auf die Ausübung eines Sports. Ein Drittel der Befragten, die im Sport aktiv sind, haben in ihrem sportlichen Umfeld niemandem davon erzählt, dass sie schwul, lesbisch, trans- oder intersexuell sind. In anderen Ländern, die in die Studie einbezogen sind, ist der Anteil noch deutlich höher, unter anderem in Italien (41 Prozent) und Ungarn (45 Prozent).

16 Prozent, so die Studie weiter, haben im Sport in den vergangenen zwölf Monaten negative persönliche Erfahrungen gemacht: Beleidigungen, Drohungen, Mobbing bis hin zu Übergriffen. Und mehr als ein Drittel der Befragten hatte keinerlei Idee, an welche Organisation sie sich als Ansprechpartner wenden könnten, wenn sie von Diskriminierung im Sport betroffen worden seien.

aha



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Seite 1
golfstrom1 20.05.2019
1. Sportler und Coming-Out
Normalerweise sollte das heutzutage überhaupt kein Thema mehr sein. Es sollte völlig irrelevant sein, zu welchem Geschlecht sich jemand hingezogen fühlt. Es ist unklar, dass darüber noch so oft geredet wird.
irgendwieanders 20.05.2019
2. Schwierig
Was nicht ganz so ohne weiteres von der Hand zu weisen ist, ist das Problem mit der Sexualität. Früher gab es zwei Geschlechter, und die waren ordentlich getrennt. Heute kann es einem halt jederzeit passieren, das Mann/Frau/Es/Etc. in der Kabine oder unter der Dusche halt vom Gegenüber unter Umständen auch als Lustobjekt wahrgenommen wird. Das hat schon Auswirkungen auf den Wellnessfaktor....
marty_gi 20.05.2019
3. frueher....
Zitat von irgendwieandersWas nicht ganz so ohne weiteres von der Hand zu weisen ist, ist das Problem mit der Sexualität. Früher gab es zwei Geschlechter, und die waren ordentlich getrennt. Heute kann es einem halt jederzeit passieren, das Mann/Frau/Es/Etc. in der Kabine oder unter der Dusche halt vom Gegenüber unter Umständen auch als Lustobjekt wahrgenommen wird. Das hat schon Auswirkungen auf den Wellnessfaktor....
Frueher gab es das alles auch schon - es hat nur keiner zugegeben. Da sind sie dann genauso von Ihnen unbemerkt als Lustobjekt angesehen worden wie heutzutage, nur Ihnen waere das viel weniger bewusst gewesen. Letztendlich machen Sie aber sich das Problem hier selbst - denn es sind nicht mehr Schwule oder Lesben als frueher da, und die allermeisten haben ueberhaupt kein Interesse, beim Sport oder in der Umkleide jemanden als Lustobjekt betrachten zu wollen - die wollen auch einfach nur Sport machen.
DerBlicker 20.05.2019
4. die Studie zeigt es
Zitat von golfstrom1Normalerweise sollte das heutzutage überhaupt kein Thema mehr sein. Es sollte völlig irrelevant sein, zu welchem Geschlecht sich jemand hingezogen fühlt. Es ist unklar, dass darüber noch so oft geredet wird.
Leider ist es immer noch ein großes Problem, gerade im Männerfußball. 0 % homosexuelle Fußballer in der Bundesliga,in der Premier League, in der Primera Division und der La Liga, wer das glaubt, der glaubt auch an den Klapperstorch.
marty_gi 20.05.2019
5. nicht nur da
Zitat von DerBlickerLeider ist es immer noch ein großes Problem, gerade im Männerfußball. 0 % homosexuelle Fußballer in der Bundesliga,in der Premier League, in der Primera Division und der La Liga, wer das glaubt, der glaubt auch an den Klapperstorch.
Ich glaube das nicht mal in der Formel 1. Erstaunlicherweise (oder vielleicht nur von mir so wahrgenommen) haben sich im Rugby bislang (nach Karriereende aber auch meist erst) die meisten geoutet. Bei den Maennern. Bei den Frauen erscheint es irgendwie einfacher...
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