IAAF Sebastian Coe ist neuer Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes

Er war Weltrekordler und Olympiasieger, nun ist Sebastian Coe zum Chef des Leichtathletik-Weltverbands IAAF gewählt worden. Bei der Abstimmung setzte sich der Brite deutlich gegen Sergej Bubka durch.

Neuer IAAF-Chef Coe: Wahlsieg gegen Sergej Bubka
REUTERS

Neuer IAAF-Chef Coe: Wahlsieg gegen Sergej Bubka


Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat einen neuen Präsidenten. Die 207 Delegierten wählten bei ihrem Kongress in Peking den ehemaligen Mittelstreckenläufer Sebastian Coe an die Spitze des Verbandes. Der Brite setzte sich mit deutlicher Mehrheit von 115:92 Stimmen gegen seinen einzigen Konkurrenten Sergej Bubka durch.

Coe übernimmt den IAAF inmitten einer schweren Krise. Die Leichtathletik verliert weltweit an Bedeutung, die Jugend wendet sich anderen, moderneren Sportarten zu, die TV-Quoten und Besucherzahlen sind stark rückläufig. Das Dopingproblem sorgt immer wieder für Schlagzeilen, zuletzt wurde in einer ARD-Dokumentation der Vorwurf erhoben, die IAAF habe Blutdoping-Fälle verschwiegen. Coe selbst nannte die Enthüllungen eine "Kriegserklärung" an seinen Verband.

Der 58 Jahre alte Lord Coe hatte als Organisationschef der Olympischen Spiele 2012 in seiner Heimatstadt London überzeugende Arbeit geleistet und viel Lob bekommen. Der Chef des britischen Nationalen Olympischen Komitees war 1980 und 1984 Olympiasieger über 1500 Meter und hielt 16 Jahre lang den 800-Meter-Weltrekord.

Coe wurde zunächst für eine vierjährige Amtszeit gewählt. Er löst den Senegalesen Lamine Diack ab, der fast 16 Jahre lang als Präsident amtierte.

Lesen Sie hier ein Porträt über Sebastian Coe von Jens Weinreich.

Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV), hat beim Kongress eine Wahlniederlage erlitten. Der 58-Jährige erhielt nicht die erforderliche Stimmenzahl, um einen der neun neu vergebenen Plätze im IAAF-Council zu erhalten. Damit ist kein Deutscher mehr in der Weltregierung der Leichtathletik vertreten. Der 71-jährige Helmut Digel war nach 20 Jahren nicht mehr zur Wahl angetreten.

Olympiasieger Coe (1980 in Moskau): Erfolge als Sportler und Funktionär
AP

Olympiasieger Coe (1980 in Moskau): Erfolge als Sportler und Funktionär

syd/dpa/Reuters



insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
Kein Gutmensch 19.08.2015
1. Ob ausgerechnet jemand..
.. aus einer Ausdauersportart ein Top-Kandidat zur Dopingbekämpfung sein kann?
joG 19.08.2015
2. Er war Vize.....
....und activer Sportler als die Verbrechen abliefern und versucht wurde sie zu vertuschen. In einem Interview höre ich gerade in dlf, daß die Inhalte der Doping Studie noch immer auch denen, die ihn wahlten ins Amt nicht genau kennen und der Verdacht mutmaßlichen Dopings Coes aus seiner aktiven Zeit nie transparent gemacht wurden. Immerhin stellt sich nun heraus, daß eine unglaubliche Anzahl Weltmeister und olympische Medaillen Träger gedopt waren, also Kriminelle waren. Und darüber präsedierte die iaaf. Wo ist der Staatsanwalt?
townsville 19.08.2015
3. Bock und Gärtner
Der Mann war in den 80ern, einer absoluten Hochdoping-Zeit im kalten Krieg, Weltrekordler und Olympiasieger einer Laufdisziplin. Vor den nachweislich systematisch gedopten Athleten des Ostblocks. Muss man mehr sagen? Coe hat am Kampf gegen Doping so viel Interesse, wie die Saudis an erneuerbaren Energien.
suplesse 19.08.2015
4. Leistungssport!
Überall das gleiche Bild. Funktionäre die Erfolge um jeden Preis wollen und Trainer die skrupellos genug sind, junge Leute zu manpulieren, bis sie wie von selbst anfangen zu dopen. Nicht der jeweilige Sport steht im Vordergrund, sondern der Erfolg. Es bleibt abzuwarten, ob sich nun was ändert. Ich bin nur froh, dass die Medien mal eine andere Sau durchs Dorf jagen. Bisher war es ja fast ausschließlich der Radsport.
Wunderläufer 19.08.2015
5. Abwickler
So wie sich Coe z.Zt. beim Thema Doping aufführt ist er der ideale Mann, um die einst stolze Leichtathletik in die Bedeutungslosigkeit abzuwickeln
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