Rallye-Weltmeister Ogier "Wie meine Oma gefahren"

Sébastien Ogier ist zum sechsten Mal in Folge Rallye-Weltmeister. Dabei profitierte er von Baumkollisionen seiner Konkurrenten. Spekulationen gibt es über Comebackpläne von Rekordweltmeister Sébastien Loeb.

Sébastien Ogier in Australien
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Sébastien Ogier in Australien


Seit 15 Jahren ist der Titel des Rallye-Weltmeisters eine französische Angelegenheit. Zunächst dominierten Sébastien Loeb und Citroen neun Jahre lang das Geschehen, seit Loebs Rücktritt ist Landsmann Sébastien Ogier nicht zu schlagen. Diese Serie hält, Ford-Pilot Ogier genügte beim Saisonfinale in Australien ein fünfter Platz, um mit 219 WM-Punkten seinen Titel zu verteidigen.

Seine beiden Rivalen, der Belgier Thierry Neuville (201 WM-Punkte) und der Este Ott Tänak (181), schieden am Schlusstag aus. Den Sieg in Australien holte sich Jari-Matti Latvala, der Toyota damit auch den WM-Titel in der Konstrukteurswertung bescherte. Latvala fährt seit 2002 in der Rallye-WM mit, feierte nun seinen 18. Einzelsieg, zum WM-Titel reichte es wegen der Sébastien-Dominanz aber bisher nicht.

Ogier fuhr in Australien sehr konservativ, um auf nasser, rutschiger Strecke seinen Erfolg nicht zu gefährden. Neuville und Tänak riskierten im Gegenzug zu viel, kollidierten beide mit einem Baum und konnten deshalb im Kampf um den Australien-Sieg nicht mehr eingreifen. "Ich bin manche Wertungsprüfungen wie meine Oma gefahren", sagte Ogier.

Sechs WM-Titel für Sébastien Ogier
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Sechs WM-Titel für Sébastien Ogier

Für den 34-Jährigen war es der perfekte Abschied von Ford. Zur neuen Saison kehrt er nach acht Jahren zu seinem ersten Team Citroen zurück. "Das war eine unglaubliche Teamleistung", sagte Ogier, "und der perfekte Abschied nach zwei sehr speziellen gemeinsamen Jahren." Für Citroen war Ogier bereits von 2008 bis 2011 gefahren, ehe er zu VW gewechselt war. In einem Volkswagen holte er seine ersten vier WM-Titel.

Die genaue Besetzung der Teams für die kommende Saison steht noch nicht fest. Ogiers jetziger Rennstall M-Sport hofft auf ein Engagement des neunfachen Weltmeisters Loeb. Der hatte schon in dieser Saison an drei Rennen teilgenommen und dabei die Spanien-Rallye vor Ogier gewonnen. Loeb hat zwar eine komplette Saison in der WRC-Serie ausgeschlossen, aber auch Citroen soll Interesse an weiteren Einsätzen Loebs haben.

Die Rallye-Saison 2019 startet Ende Januar traditionell in Monte Carlo. Da wird Loeb sicher nicht dabei sein, weil er schon für die Rallye Dakar (6. bis 17. Januar 2019) zugesagt hat. Aber danach könnte es zu weiteren Duellen zwischen Loeb und Ogier kommen.

krä/sid

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Nonvaio01 18.11.2018
1. von wegen spannender als die F1
wie muss man hier immer lesen, im Rallye gibtes mehr spannung.....
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