Segeln BMW Oracle gewinnt America's Cup

Beim 33. America's Cup hat das Segelteam von BMW Oracle den Titelverteidiger Alinghi besiegt. Die Mannschaft aus den Vereinigten Staaten gewann auch das zweite Duell gegen den Schweizer Kontrahenten, der seinen anfänglichen Protest gegen die Wertung wieder zurückzog.
Siegreiches Oracle-Team: Seit 18 Jahren wieder Titel für die USA

Siegreiches Oracle-Team: Seit 18 Jahren wieder Titel für die USA

Foto: JOSE JORDAN/ AFP

Hamburg - Herausforderer BMW Oracle Racing hat den 33. America's Cup gewonnen und Titelverteidiger Alinghi entthront. Das US-Segelteam von Software-Tycoon Larry Ellison besiegte die Schweizer am Sonntag vor Valencia auch in der zweiten Regatta und sicherte sich damit in der Best-of-Three-Serie vorzeitig die älteste Segeltrophäe der Welt. Damit geht der America's Cup erstmals seit 1992 wieder in die USA.

"Es ist ein unglaubliches Gefühl", sagte Ellison, "ich bin wirklich stolz, Teil dieses Teams zu sein. Segeln ist ungleich härter als ein Softwareunternehmen zu führen." Als Crewmitglied umarmte er die gesamte Mannschaft um Steuermann James Spithill und Teamchef Russell Coutts. Die zweite Wettfahrt war am Sonntag erst mit einer Verzögerung von mehr als sechs Stunden gestartet worden. Zu schwacher Wind hatte den Start immer wieder verzögert. Erst sieben Minuten vor der Deadline um 16.30 Uhr kam es doch noch zum Duell des Katamarans von Alinghi und des Trimarans von BMW Oracle.

Bei Windgeschwindigkeiten von sieben bis acht Knoten versäumte es Alinghi-Eigner und Steuermann Ernesto Bertarelli, bereits zu Beginn den verbotenen Startbereich rechtzeitig zu verlassen. Dafür kassierte das Boot eine Bestrafung, und musste eine 360-Grad-Drehung einlegen, bevor das Rennen überhaupt begonnen hatte. Als die "Alinghi 5" dann auch noch kurz vor dem Startschuss wendete und erst 24 Sekunden nach der "USA" die Startlinie kreuzte, schien die Vorentscheidung bereits gefallen zu sein.

Spannender Zweikampf mit verdientem Sieger

Doch der viermalige America's-Cup-Gewinner Brad Butterworth als Skipper und Taktiker der Schweizer manövrierte das Boot auf der rechten Seite des gut 70 Kilometer langen Dreieckskurses in den besseren Wind und brachte sein Team in Führung. Es entwickelte sich ein äußerst spannender Zweikampf. Alinghi bot dem Herausforderer lange Zeit Paroli, lag nach gut zehn Seemeilen 100 Meter in Front, umrundete die erste Wendemarke aber doch 28 Sekunden nach dem Gegner. Auf der zweiten Teilstrecke zog BMW Oracle dann allerdings davon.

"Es war ein fantastisches Rennen. Die Arbeit des ganzen Teams ist in dieses Boot geflossen", sagte Oracle-Skipper Spithill. "In beiden Rennen hatten wir keine Probleme. Man muss den Bootsbauern, den Designern und allen danken, die uns unterstützt haben. Sie haben uns ein fantastisches Arbeitsgerät überlassen." Die Amerikaner mussten ihre Jubelfeier aber kurz aufschieben. Denn Titelverteidiger Alinghi hatte die Ziellinie mit einer roten Flagge am Heck erreicht, diesen Protest allerdings später zurückgenommen. Zunächst musste Oracle, das 5:26 Minuten vor Alinghi die Ziellinie kreuzte, jedoch auf die Entscheidung der Jury warten.

Der Triumph der Crew von Teamgründer Ellison bedeutete den 28. Sieg eines US-Teams im wichtigsten Segel-Wettbewerb der Welt. Den ersten Vergleich vor der spanischen Küste hatte BMW Oracle gegen Alinghi bereits am Freitag für sich entschieden. Zuvor war die Begegnung bereits zweimal abgesagt worden.

met/sid/dpa

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