Sieg gegen Polen Deutschland stürmt zum Gruppensieg

Beeindruckende Leistung: Gegen Vizeweltmeister Polen gelang der deutschen Mannschaft ein überzeugender Sieg, der dem Team von Heiner Brand den Gruppensieg einbrachte. Jetzt hat das Team beste Chancen, das Halbfinale zu erreichen.


Hamburg - Im Stile eines Spitzenteams und mit einem überragenden Torhüter Carsten Lichtlein ist Titelverteidiger Deutschland bei der Handball-WM in Kroatien zum Gruppensieg gestürmt und hat bereits das Halbfinale im Visier.

In der Neuauflage des WM-Finals von 2007 kam die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand im letzten Vorrundenspiel gegen Polen zu einem beeindruckenden 30:23 (14:11)-Erfolg. Die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) geht nun mit der glänzenen Ausgangsposition von 4:0 Punkten in die Hauptrunde. Dort sind nach einem Reisetag ab Samstag in Zadar Europameister Dänemark, Norwegen und Serbien die Gegner.

Die Erfolge gegen Mazedonien und Polen aus der Gruppe C in Varaždin nehmen die Deutschen mit in die Sechser-Gruppe, aus der sich die beiden besten Teams für die Vorschlussrunde qualifizieren.

Auf den Tag genau zwei Jahre nach der bislang letzten Niederlage einer deutschen Mannschaft bei einer WM - am 22. Januar 2007 in der Vorrunde gegen Polen - blieben Pascal Hens und Co. am Donnerstag im zwölften WM-Spiel nacheinander ungeschlagen. Nur beim Unentschieden im ersten Vorrundenspiel gegen Russland reichte es nicht zum Sieg. Michael Kraus (7) und Holger Glandorf (6) waren einen Tag nach dem Kantersieg gegen Mazedonien beste deutsche Werfer gegen die Polen.

Im Tor bot der diesmal für Johannes Bitter aufgebotene Lemgoer Carsten Lichtlein eine starke Leistung. "Ich bin überglücklich, dass wir ohne Minuspunkte in die nächste Runde eingezogen sind", sagte Lichtlein, "wir haben uns gegenseitig gepusht." Nach seiner starken Leistung wurde er auch zum "Player of the match" gewählt.

Und während sich die DHB-Auswahl in ihrem letzten Spiel der Gruppe C erneut steigerte, enttäuschte die Mannschaft von Bogdan Wenta praktisch 60 Minuten lang und hat nach der Niederlage gegen Mazedonien mit 0:4 Punkten in der Hauptrunde im Grunde schon keine Chancen mehr, den Finaleinzug von 2007 zu wiederholen.

Heiner Brand setzte gegen Polen zunächst auf die sechs Feldspieler, die auch am Vortag gegen Mazedonien begonnen hatten. Nur im Tor gab es den Wechsel von Bitter zu Lichtlein. Der grippekranke Rechstaußen Stefan Schröder musste dagegen weiter pausieren, Dominik Klein war trotz seiner Magenverstimmung mit dabei.

Wesentlich weniger emotional als in den vergangenen Duellen zwischen den Erzrivalen ging es vor 4500 Zuschauern zu. Beide Teams wirkten in ihrem fünften Spiel innerhalb von sechs Tagen physisch und psychisch etwas augelaugt, sehenswerte Offensivaktionen blieben auf beiden Seiten lange Mangelware.

Nach einer Viertelstunde hatte die deutsche Mannschaft dann erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung herausgeworfen (7:4). Zehn Minuten lang spielten die Polen danach zwar noch einmal mit und verbuchten in der 22. Minute eine Führung (9:8), doch danach spielte nur noch Deutschland. Hoch motiviert und endlich treffsicher spulte die Brand-Sieben ihr Programm vorne souverän ab, von den Abschlussschwierigkeiten der vorangegangenen Tage war erstmal nichts mehr zu sehen. In der 43. Minute warf Torsten Jansen zum 22:14 erstmals eine Acht-Tore-Führung heraus - und wenig später probte die deutsche Fankolonie in Kroatien schon mal die Welle.

Gruppe C

Paarung Ergebnis
Polen - Algerien 39:22
Deutschl. - Russland 26:26
Mazedon. - Tunesien 24:25
Algerien - Mazedon. 19:32
Tunesien - Deutschl. 24:26
Russland - Polen 22:24
Polen - Mazedonien 29:30
Deutschl. - Algerien 32:20
Russland - Tunesien 36:31
Algerien - Russland 28:29
Mazedon. - Deutschl. 23:33
Polen - Tunesien 31:27
Mazedon. - Russland 36:30
Deutschland - Polen 30:23
Tunesien - Algerien 36:25
TABELLE Sp. / To. / Pu.
1. Deutschland 5 / 147:116 / 9
2. Mazedonien 5 / 145:136 / 6
3. Polen 5 / 146:131 / 6
4. Russland 5 / 143:145 / 5
5. Tunesien 5 / 143:142 / 4
6. Algerien 5 / 114:168 / 0

ruf/sid



insgesamt 97 Beiträge
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chaotor, 17.01.2009
1. wahrscheinlich Trauerspiel
Wenn alles gut läuft, ist Platz 9 drin. Wenn es schlecht läuft, ist in der Vorrunde Schluss.
JW2008 17.01.2009
2. Kein Trauerspiel
Nach dem enttäuschenden Ausscheiden bei Olympia (schon in der Vorrunde) ist Deutschland wohl in der Tat nur noch auf dem Papier Titelverteidiger, wie Trainer Brand es selbst formulierte. Die Mannschaft ist nach dem Umbruch auch unerfahrerner. Trotzdem, mit Teamgeist der neuen "jungen Wilden" ist vielleicht doch eine Überraschung möglich. Ein Trauerspiel wird´s (hoffentlich) nicht geben!
bik, 17.01.2009
3. Mit ein wenig Glück..
Die erste 7 der deutschen Mannschaft hat mit Sicherheit Weltklasseformat. Danach wird es ein wenig dünn. Ich glaube, das wird das Poblem sein. Aber wer weiß, vielleicht ragt ja jemand über sich hinaus. Kraus hat ja auch erst vor zwei Jahren bei der WM seinen Durchbruch gehabt. Außerdem, die Weltklasse im Handball ist so dicht zusammen (was für die Zuschauer natürlich super ist), da kann es immer Überraschungen geben. Siehe gestern Kroatien - Korea
Wolfgang Jung 17.01.2009
4. Schaun mer mol
"Schaun mer mol, vielleicht is scho Weihnachten" würde Beckenbauer sagen. Hoffen wir, dass Heiner Brand die Jungs coolheiß durchs Turnier schleust.
Rockker, 17.01.2009
5.
weder noch... titelverteidigung wird es wohl nicht geben...es gibt mindestens 3 stärkere teams... aber trauerspiel auch nicht...deutsche nm wird nicht gleich in vorrunde rausfliegen...obwohl... ..man gerade eben ganz schon doof den sieg verspielt hat.. zwei aussenseiter, algerien und tunesien werden geschlagen...mazedonien dürfte auch kein grosses problem sein...gegen polen weiss man nicht..aber ich gehe davon aus, daß polen, deutschland und russland in die zwischenrunde ziehen..in welcher reihenfolge, wird man sehen...
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