Ski Alpin Eberle holt die ersten Punkte

Aufatmen im deutschen Lager. Im dritten Saisonrennen fuhr ein DSV-Fahrer erstmals unter die ersten 20. Dennoch gab es Ärger mit den Offiziellen.


Markus Eberle: "Nur mit dem Kopf gefahren"
REUTERS

Markus Eberle: "Nur mit dem Kopf gefahren"

Park City - Die deutschen Alpinen können doch noch Ski fahren und haben nach einem Saisonstart voller Pannen ein erstes Lebenszeichen von sich gegeben. Markus Eberle aus dem Kleinwalsertal belegte beim ersten Weltcup-Slalom der Saison in Park City (USA) auf einer skandalösen Piste den 17. Platz und sammelte damit nach zwei "Nullnummern" die ersten 14 Weltcup-Punkte für den DSV.

Mann des Tages auf der miserabel präparierten Piste "Clemenine" aber war der Österreicher Heinz Schilchegger. Der 27-Jährige nutzte mit der hohen Startnummer 35 die Gunst der Stunde, fuhr nach Platz vier im ersten Lauf in 1:46,88 Minuten zum ersten Weltcupsieg seiner Karriere und kassierte dafür ein Preisgeld von 62.500 Mark. Sein zur Halbzeit überlegen führender Landsmann Mario Matt (1:47,37) musste sich mit Rang zwei begnügen, der Norweger Kjetil-Andre Aamodt landete auf Rang drei (1:48,15).

Trotz der gelungenen Slalom-Premiere hielt sich Markus Eberle (1:49,35), der nach dem ersten Lauf noch auf Rang zehn lag, mit Kritik an den Verantwortlichen nicht zurück. "Die Nummer eins war hier ein Riesen-Vorteil. Die Piste war im Steilen unmöglich präpariert. Die Strecke war katastrophal, deshalb bin ich nur mit dem Kopf gefahren", wetterte der 31-jährige Routinier. "Ich frage mich, warum der Weltverband Fis hier seit einer Woche vor Ort ist und nichts dagegen unternommen hat."

Der neue deutsche Herren-Cheftrainer reagierte auf das erste Erfolgserlebnis dennoch erleichtert. "Markus hat bewiesen, dass er trotz Verletzungspech in der Vorbereitung nichts verlernt hat", sagte Martin Oßwald und ergänzte: "Ich bin überzeugt, dass er irgendwann auch unter die ersten drei fahren kann." Für Eberle war es nach einem Syndesmosen-Riss am erst das zweite Rennen. Der zweite deutsche Starter, der gebürtige Italiener Marco Pastore, war als 45. des ersten Durchgangs zu langsam für das Finale.

Die Steigerung gegenüber den ersten zwei Riesenslaloms der Saison war dennoch nicht zu übersehen. In Sölden hatte Florian Eckert (Lenggries) den Start verschlafen, kein DSV-Fahrer erreichte das Ziel. In Park City konnten sich alle drei Deutschen nicht für das Finale qualifizieren.

Von Peter Staub, sid



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.