Skispringen Malysz sichert sich den Gesamtweltcup

Wenig überraschend hat der Pole Adam Malysz vorzeitig den Weltcup der Skispringer gewonnen. Martin Schmidt gratulierte anerkennend: "Er war der Beste."


Adam Malysz: "Jetzt will ich Olympiasieger werden"
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Adam Malysz: "Jetzt will ich Olympiasieger werden"

Trondheim - Adam Malysz hat Martin Schmitt als Gesamtweltcupsieger entthront. Der kleine Dachdecker aus Wisla sicherte sich mit seinem Saisonsieg Nummer zehn beim verrückten "Glücksspiel-Weltcup" der Skispringer in Trondheim als erster Pole vorzeitig die große Kristallkugel. Schmitt wurde wie viele Topspringer vom Winde verweht und stürzte auf der WM-Schanze von 1997 auf Rang 18 ab. Damit verpasste der viermalige Weltmeister den historischen Hattrick, ist aber nach zwei Gesamttriumphen in den vergangenen Wintern immerhin Rang zwei und 30.000 Mark an Verbandsprämien nahe.

"Ich habe eine Niete in der Lottoshow gezogen. Aber ich gratuliere Adam. Er ist ein verdienter Sieger, der beste Mann der Saison", erklärte Schmitt. Der viermalige Weltmeister war eines der Opfer der wechselnden Winde, die die Topspringer im gleich reihenweise zur Notlandung bei bescheidenen Weiten um die 80 Meter zwangen. Bei extrem kurzem Anlauf wurde Schmitt auf der Großschanze zur Notlandung bei 86 und 98,5 Metern gezwungen und kam auf 111,6 Punkte. Sein Rückstand auf Malysz, der auf dem Aufwind wie ein Magier zu Tale flog, betrug schier unglaubliche 143 Zähler.

Für Flüge auf 116 und den Schanzenrekord von 138,5 Metern erhielt der allen Winden trotzende Pole die Note von 254,6 Punkten. Platz zwei belegte der Österreicher Andreas Goldberger (253,5 Punkte/121+134 Meter) vor Igor Medwed aus Slowenien (237,1/122,5+122). Bester Deutscher war Christof Duffner (Schönwald) auf Rang elf, Hansjörg Jäkle (Schonach) und Michael Uhrmann (Rohrhsradberg) belegten die Ränge 22 und 24.

Mit 368 Punkten Vorsprung in der Gesamtwertung ist Malysz (1. 381 Punkte) vom zweitplatzierten Schmitt (1.013) nicht mehr einzuholen. Der auf Rang drei notierte Finne Risto Jussilainen (829 Punkte) kann wiederum den Deutschen praktisch nicht mehr einholen.

Der von 100 Fans mit polnischen Fahnen bejubelte Malysz riss im Zielraum die Ski in den dunklen Nachthimmel - nach dem Sieg bei der Vierschanzentournee und WM-Gold war es für ihn der dritte große Triumph des Winters: "Jetzt will ich noch Olympiasieger werden."



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