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Späte Ehrung DLV erkennt Bergmann-Rekord nach 73 Jahren an

1936 sprang Gretel Bergmann Deutschen Rekord - doch der Jüdin wurde die Ehrung von den Nationalsozialisten verwehrt, ebenso eine Olympia-Teilnahme bei den Spielen in Berlin. Jetzt wurde die Bestleistung von damals vom Leichtathletik-Verband anerkannt.
Ehemalige Leichtathletin Bergmann (Archiv): Nachträgliche Anerkennung ihres Rekords

Ehemalige Leichtathletin Bergmann (Archiv): Nachträgliche Anerkennung ihres Rekords

Foto: Stefan_Puchner/ picture-alliance / dpa/dpaweb

Hamburg - Nach mehr als 70 Jahren ist der deutsche Rekord der jüdischen Hochspringerin Gretel Bergmann anerkannt worden. Das beschloss der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) in Berlin auf seinem Verbandstag.

Bergmann hatte im Jahr 1936 die Höhe von 1,60 Metern übersprungen und damit den damaligen bestehenden Rekord eingestellt. Die nationalsozialistische Sportführung versagte ihr jedoch die Anerkennung des Rekords und die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Berlin, weil sie Jüdin ist. Für Bergmann nahm Dora Ratjen an den Olympischen Spielen teil, belegte dort Platz vier. 1938 sprang Ratjen Frauen-Weltrekord und holte den Europameister-Titel. Im selben Jahr endete die sportliche Karriere, weil sich herausstellte, dass Ratjen ein Mann war.

"Wir wissen, dass dies keine Wiedergutmachung sein kann. Aber es ist ein Akt der Gerechtigkeit und eine symbolische Geste des Respekts vor Gretel Bergmann", sagte der Ehrenpräsident des DLV, Theo Rous.

Zuvor hatte das DLV-Präsidium in einem Brief an die Deutsche Sporthilfe die Aufnahme von Bergmann in die "Hall of Fame" des Deutschen Sports angeregt. Die Lebensgeschichte Bergmanns war in diesem Jahr verfilmt worden. Die 95-Jährige lebt seit 1937 in den USA.

luk/sid