Spanische Zeitungen Contador vom eigenen Verband freigesprochen

Der spanische Radsportverband wird den Dopingverdächtigen Alberto Contador freisprechen. Das berichten nationale Zeitungen. Sollte dieser Fall eintreten, ist damit zu rechnen, dass die Welt-Anti-Doping-Agentur das Urteil anfechten wird.

Radprofi Contador: Zeitungen berichten von Freispruch
AFP

Radprofi Contador: Zeitungen berichten von Freispruch


Hamburg - Der unter Dopingverdacht stehende Radprofi Alberto Contador kann in seiner Heimat Spanien mit einem Freispruch rechnen. Das berichten die Zeitungen "El País" und "El Mundo" am Montag. Demnach hat der spanische Radsportverband (RFEC) dem Einspruch des 28-Jährigen gegen eine drohende einjährige Sperre stattgegeben. Contadors jüngste Argumente seien überzeugend gewesen, so die Zeitungen. Am Dienstag werde der Verband den Freispruch offiziell verkünden, der Verband kommentierte die Berichte zunächst nicht.

Sollte Contador wirklich freigesprochen werden, ist damit zu rechnen, dass die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) Rechtsmittel gegen die Entscheidung des spanischen Verbandes einlegt. Damit hatte die Wada bereits gedroht, als es um die Dauer der Sperre ging. Auch von Seiten des Radsport-Weltverbandes UCI ist mit diesem Schritt zu rechnen.

Ein Freispruch Contadors wäre ein weiteres Beispiel für den laxen Umgang mit Doping in Spanien. Dazu zählen auch die Affäre um den spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes und die suspendierten Leichtathletikstars Marta Domínguez und José Luiz Blanco.

Bei seinem dritten Tour-Sieg war Contador im Juli 2010 positiv auf Clenbuterol getestet worden. Die Arznei wird beim Menschen zur Behandlung von Asthma eingesetzt. Clenbuterol gehört nicht zu den anabolen Steroiden, es hat jedoch eine den Muskelaufbau fördernde Wirkung.

Contador bestreitet die bewusste Einnahme von Dopingmitteln. Der 28-Jährige behauptet, dass Clenbuterol durch den Verzehr von kontaminiertem Fleisch in seinen Körper gelangt sei. Der Einsatz von Clenbuterol in der Tiermast ist seit 1996 EU-weit verboten, vereinzelt wird der Stoff jedoch noch illegal verwendet. Contador, der die Tour de France 2007, 2009 und 2010 gewinnen konnte, hatte mehrmals mit dem Ende seiner Karriere gedroht, sollte er für zwei Jahre sperrt werden.

Kommt es zu einer rechtskräftigen Verurteilung, würde Contador den Tour-Sieg 2010 verlieren. Zum Sieger würde der Luxemburger Andy Schleck ernannt werden, der Russe Denis Mentschow wäre neuer Zweiter und Samuel Sanchez aus Spanien Dritter.

mxr/dpa/sid



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