Spiel 1 Yankees auf dem Gewinnergleis

Beim spannenden Auftakt der Final-Serie der sogenannten "Subway Series" zwischen den New York Yankees und den New York Mets hatten die Gastgeber am Ende die Nase vorn.

Von Tobias Pox


Man of the match: Jose Vizcaino
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Man of the match: Jose Vizcaino

New York - 44 Jahre mussten sich die New Yorker Baseballfans gedulden, um wieder eine innerstädtische Finalserie in der Major League Baseball erleben zu dürfen. Und das lange Warten hat sich gelohnt. Mit einem packenden Spiel eröffneten die Yankees und die Mets am Samstagabend im Stadteil Bronx die World Series 2000. Das bessere Ende verbuchten die gastgebenden Yankees, die nach einem historischen Krimi mit 4:3 Runs gewannen.

Nach der regulären Spielzeit von neun Innings hatte es vor 55.913 Zuschauern im restlos ausverkauften Yankee Stadium - darunter Bürgermeister Rudolph Guiliani, der als Edelfan der Yankees direkt hinter der Auswechselbank seines Lieblingsteams Platz nahm - 3:3 unentschieden gestanden. Erst nach drei Extradurchgängen und einer Gesamtspielzeit von 4:51 Stunden, was einen neuen Rekord für ein World-Series-Spiel bedeutet, gelang Jose Vizcaino der erlösende Schlag. Mit seinem vierten Hit des Abends ermöglichte der 32-Jährige seinem Yankee-Mannschaftskollegen Tino Martinez, ungehindert das Homebase zu überqueren und damit den alles entscheidenden Run einzufahren.

"Ich habe immer daran geglaubt, ich würde mal in einer World Series spielen", sagte Vizcaino nach dem Spiel, "aber ich hätte nie gedacht, dass ich mal der Held in einem ersten Finalspiel sein würde." Beinahe wäre er das auch nicht geworden, denn lange Zeit galt es als unsicher, ob Yankee-Coach Joe Torre Vizcaino überhaupt aufstellen würde. Der Trainer tat es aber und ermöglichte dem ehemaligen Mets-Spieler damit, seinen alten Kollegen ein Bein zu stellen.

In der regulären Spielzeit waren es allerdings die Gäste, die sich um den Sieg brachten. Nachdem die Underdogs aus dem Stadtteil Queens im siebten Inning einen 0:2-Rückstand in eine 3:2-Führung umgewandelt hatten, sahen die "Amazin' Mets" - so der Spitzname des Teams - schon wie der sichere Gewinner aus. Mets-Schlusspitcher Armando Benitez vermochte es im neunten Durchgang jedoch nicht, überzeugend zu werfen und gab einen Run zum 3:3-Ausgleich ab.

"Wir sind mit wenig Finalerfahrung in diese World Series gekommen", erklärte der Trainer der Mets, Bobby Valentine, das Unvermögen seines Teams, die 3:2-Führung über die Zeit zu retten. "Nun haben wir aber reichlich davon bekommen - und das an nur einem Abend."

Spiel zwei der "Subway Series" findet am Sonntag erneut im Ballpark der Yankees statt. Die nach der Niederlage völlig niedergeschlagenen Anhänger der Mets müssen also ein weiteres Mal mit der U-Bahn quer durch die Stadt in die Bronx fahren. Und unabhängig vom Ausgang dieser Partie, wird es in den nächsten Tagen in New York so zugehen, wie Yankee-Outfielder Paul O'Neill zu berichten weiß: "Egal ob du den Fernseher oder das Radio einschaltest, in ein Restaurant gehst oder auch nur zum Einkaufen, überall wird nur von dem einen geredet: Baseball."



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