Dopingsperre nach 29 Monaten aufgehoben Paralympisches Komitee begnadigt russische Athleten

Russland darf wieder an Wettkämpfen des Paralympischen Komitees teilnehmen. Das gab das IPC bekannt - obwohl der russische Verband bis heute eine wichtige Bedingung nicht erfüllt hat.

Logo des Russischen Paralympischen Komitees
DPA

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Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) wird die Suspendierung des russischen Paralympic-Komitees RPC zum 15. März aufheben. Diesen Beschluss gab IPC-Präsident Andrew Parsons auf einer Pressekonferenz in Bonn bekannt. Nach Auffassung des zuständigen IPC-Gremiums erfüllten die russischen Verantwortlichen 69 der 70 geforderten Kriterien.

"29 Monate nach der Suspendierung sind wir davon überzeugt, dass diese nicht länger nötig ist, da wir in Russland nun eine andere Situation vorfinden", sagte Parsons. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hatte die Suspendierung der russischen Anti-Doping-Agentur (Rusada) im vergangenen September aufgehoben und damit den Weg für das IPC geebnet.

Das IPC hatte das RPC im August 2016 suspendiert und die Aufhebung der Sperre unter anderem an die vollständige Wiederaufnahme der Rusada durch die Wada sowie eine offizielle Anerkennung des McLaren-Reports gekoppelt, der Russland ein institutionalisiertes Dopingsystem nachgewiesen hat. Letzteres ist bis heute nicht geschehen.

IOC hob den Russland-Bann bereits im vergangenen Jahr auf

"Russland wird den McLaren-Report wahrscheinlich nie akzeptieren. Die Exekutive hat sich dennoch dazu entschieden, gemeinsam mit dem RPC einen Weg zu finden, der die Aufhebung der Suspendierung unter strikten Voraussetzungen möglich macht", sagte Parsons: "Russische Para-Athleten werden weiterhin zu den am meisten getesteten Athleten in der Paralympischen Bewegung gehören." Die Sperre aufrechtzuerhalten, weil Russland weiterhin den McLaren-Report nicht anerkenne, scheine daher nicht richtig.

Die neuen Bedingungen will das IPC nach dem 15. März bekannt geben.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte die Suspendierung des russischen Olympia-Komitees ROC bereits am 28. Februar des vergangenen Jahres aufgehoben - drei Tage nach dem Ende der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang und trotz zweier russischer Dopingfälle während der Spiele.

Zu den Paralympics in Südkorea hatte das IPC 30 einzeln überprüfte Sportler aus Russland als "Neutrale Paralympische Athleten" eingeladen.

jan/sid



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