Urteil im Schumacher-Prozess Staatsanwaltschaft beendet Ermittlungen gegen Gerolsteiner-Arzt

Das Urteil im Prozess um Radprofi Stefan Schumacher hat erste Konsequenzen: Die Staatsanwaltschaft Hagen hat die Ermittlungen gegen einen ehemaligen Teamarzt von Gerolsteiner eingestellt. Er war von Doping-Jäger Franke wegen Beihilfe zur Körperverletzung verklagt worden.
Ex-Teamchef Holczer, Ex-Gerolsteiner-Fahrer Schumacher: Betrugsverdacht ausgeräumt

Ex-Teamchef Holczer, Ex-Gerolsteiner-Fahrer Schumacher: Betrugsverdacht ausgeräumt

Foto: Thomas Frey/ dpa

Hamburg - Die Staatsanwaltschaft Hagen hat das Ermittlungsverfahren gegen einen Arzt des früheren Radsport-Rennstalls Gerolsteiner eingestellt. Demnach hätten "die Ermittlungen keinen genügenden Anlass zur Anklageerhebung gegen den hier Beschuldigten ergeben". Der Doping-Bekämpfer Werner Franke hatte im April 2013 wegen Beihilfe zur Körperverletzung und Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz Anzeige gegen den Mediziner Ernst J. gestellt.

Teile der Vorwürfe sind laut Staatsanwaltschaft zudem bereits verjährt. Für den Zeitraum nach 2008 konnten dem Beschuldigten keine strafbaren Handlungen nachgewiesen werden.

Am Dienstag hatte das Landgericht Stuttgart den ehemaligen Gerolsteiner-Profi und verurteilten Dopingsünder Stefan Schumacher vom Betrugsvorwurf freigesprochen. Im Rahmen des Verfahrens hatten auch drei ehemalige Mannschaftsärzte vor Gericht aussagen müssen. Franke hatte nach den konkreten Aussagen im Prozessverlauf die Anzeige formuliert.

Alle drei Mediziner hatten während des Prozesses bestritten, die Fahrer mit Dopingmitteln versorgt zu haben. Schumacher hatte anschließend erklärt: "Die haben falsch ausgesagt, um sich selbst zu schützen."

Derweil hat Gerolsteiner angekündigt, als ehemaliger Sponsor des Radteams keine juristischen Schritte gegen das Schumacher-Urteil einzulegen. "Wir sind 2007 ausgestiegen und wir sehen da jetzt keinerlei Thema für uns", sagte eine Sprecherin. "Wir hatten einen Vertrag damals mit der Betreibergesellschaft und nicht mit den Fahrern." Das Urteil "akzeptieren wir so, wie alle anderen".

psk/sid/dpa
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