Staffelerfolg Deutsche Biathlon-Frauen triumphieren nach Aufholjagd

Heimvorteil genutzt: Die deutschen Biathletinnen haben zum Auftakt des Weltcups in Oberhof ohne zwei Topstars das Staffelrennen gewonnen. Dabei lief es zu Beginn schlecht für das DSV-Quartett.


Oberhof - Durch den Heimerfolg sind die deutschen Biathlon-Frauen auch nach dem dritten Saisonrennen weiterhin ungeschlagen. Simone Denkinger, Andrea Henkel, Kathrin Hitzer und Kati Wilhelm verwiesen nach 4x6 Kilometer in 1:15:41,1 Stunden Frankreich mit 12,2 Sekunden Vorsprung auf Platz zwei. Dritter wurde Olympiasieger Russland (26 Sekunden zurück). "Unsere Mädchen haben heute gezeigt, dass sie die Nummer eins in der Welt sind", sagte Bundestrainer Uwe Müßiggang.

DSV-Athletin Wilhelm: Dritter Sieg in Folge
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DSV-Athletin Wilhelm: Dritter Sieg in Folge

Vor 18.000 Zuschauern am Thüringer Rennsteig kompensierte das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) das Fehlen der beiden gesundheitlich angeschlagenen Magdalena Neuner und Martina Glagow (beide mit Erkältungen) ebenso wie zwei Strafrunden von Startläuferin Denkinger und sind in Staffelrennen seit fast einem Jahr unbesiegt.

"Das ist mir echt peinlich. Ich war brutal nervös. Dass ich auch mit den drei Nachladern nicht getroffen habe, ärgert mich maßlos", sagte Denkinger. "Daran lag's aber nicht. Ich musste wohl dem hohen Tempo auf den ersten beiden Laufrunden Tribut zollen, als ich ein Loch zu Russland und Frankreich schließen musste", so die 28-Jährige.

Die deutsche Staffel lag beim ersten Wechsel mit 1:24 Minuten Rückstand zur Spitze somit nur auf Platz neun. Dann folgte der große Auftritt von Henkel: Die Doppel-Weltmeisterin gab auf dem zweiten Teilstück sofort Vollgas, legte zwei makellose Schießübungen hin und brachte das DSV-Quartett bis auf Platz drei nach vorn. Nur 15 Sekunden Rückstand blieben zu diesem Zeitpunkt auf Spitzenreiter Frankreich. "Es lief so, wie es laufen sollte", sagte Henkel: "Ich habe es am Schießstand nicht gar zu schnell krachen lassen und wollte unbedingt fehlerfrei bleiben. Das ist mir zum Glück gelungen."

Die dritte DSV-Läuferin Hitzer (21 Jahre) musste zwar zweimal nachladen, übergab aber schon mit sieben Sekunden Vorsprung vor Russland an Wilhelm. Wie bei der WM des Vorjahres in Antholz brachte Wilhelm die Führung ungefährdet nach Hause. "Ich habe mitbekommen, dass Sandrine Bailly gleich mit einem Fehler begonnen hat", sagte die 31-Jährige. Das habe ihr Selbstvertrauen gestärkt.

Henkel blieb auch nach ihrem Galaauftritt bescheiden. "Als Mutter des Erfolgs sehe ich mich nicht. Staffeln verliert oder gewinnt man gemeinsam. Da muss man sich gegenseitig aus der Patsche helfen", sagte die 30-Jährige. Das habe sie mit einer Sicherheitsvariante beim Schießen versucht. "Ich wollte die Null sichern und habe es deshalb nicht so schnell krachen lassen", so die Weltcup-Gesamtsiegerin der vergangenen Saison.

Am Oberhofer Grenzadler bestreiten morgen (17.20 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) die Männer ihr Staffelrennen über 4x7,5 Kilometer. Im DSV-Team laufen neben den beiden Staffel-Olympiasiegern Michael Rösch und Michael Greis noch Lokalmatador Alexander Wolf und Andreas Birnbacher .

mig/sid/dpa



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