Strüvers Tour Inside Kampf um die letzten Plätze

Die wöchentliche Kolumne des Golfprofis Sven Strüver bei SPIEGEL ONLINE. Heute: Das amerikanische Ryder-Cup-Team, Sam Torrance' schwierige Entscheidung und eine Grippe auf Sylt.

Von Sven Strüver


Sven Strüver: In München wird es knistern
OnlineSport

Sven Strüver: In München wird es knistern

Was so alles in einer Woche passieren kann. Mit offenem Mund vor Erstaunen stand ich da, als Curtis Strange die Nominierung für die beiden Wild Cards bekannt gab: Der Ryder-Cup-Kapitän des US-amerikanischen Teams für den Vergleich der Kontinente gegen Europa im September im englischen The Belfry nominierte für mich völlig überraschend Scott Verplank und Paul Azinger. Ich hätte da eher auf Tom Lehman getippt. Oder Brad Faxon.

Ryder-Cup-Team der USA steht


Doch Strange gab Verplank und Azinger den Vorzug. Vermutlich, weil beide ihn bei der US PGA Championship in Atlanta überzeugt haben. Verplank war als 14. des Ryder-Cup-Rankings sowieso nahe dran, sich automatisch zu qualifizieren. Azinger gilt als Golfer ohne Schwächen und schneidet vor allem in The Belfry immer gut ab. Dass Strange auf Lehman, den aktuellen Elften im Ranking, verzichtet, kam etwas überraschend. Doch bei den so genannten "Picks" sind schwierige Entscheidungen oder gar Ungerechtigkeiten nicht selten. Damit hat ein Spieler wie Bernhard Langer vor zwei Jahren auch schon seine Erfahrungen machen müssen. Und Recht machen kann man es bei dieser großen Anzahl an Topleuten sowieso niemandem. Das Team der Amerikaner steht also mit Verplank und Azinger sowie Tiger Woods, Mark Calcavecchia, Stewart Cink, Jim Furyk, Scott Hoch, David Duval, Davis Love III, Phil Mickelson, Hal Sutton und dem US-PGA-Gewinner David Toms. Tolle Spieler, aber davon weist Europa auch viele auf.

Bekanntlich benennt der europäische Ryder-Cup-Kapitän Sam Torrance seine Mannschaft erst nach den BMW Open in München am 2. September. Die Situation hat sich auf den Rängen acht, neun und zehn noch einmal extrem zugespitzt. Schafft es José Maria Olazabal? Oder legt Ian Woosnam noch einen Turniersieg hin? Behält Bernhard Langer seinen Platz? Bei der US PGA Championship ergaben sich keine wesentlichen Verschiebungen.

Preisgeld bei den Scottish Open erhöht


Doch nichts ist unmöglich, denn für die in dieser Woche beginnenden Scottish Open in Gleneagles erhöhte der Veranstalter noch einmal das Preisgeld und damit die Möglichkeit, mit einem Sieg aus hinteren Rängen ganz weit nach vorn zu stoßen. In München knistert es dann an allen vier Tagen. Eine tolle Atmosphäre. Ich freue mich schon auf Bayern.

Ich selbst bin auf die Scottish Open nicht sonderlich gut vorbeitet. Unsere Tochter Lilly hat die Grippe erwischt, zunächst mich angesteckt und dann noch meine Frau. Obwohl ich eine gute Konstitution habe, warf mich der Virus um - und ich musste ins Bett. Zum Glück haben wir vorher ein paar Tage auf der Nordseeinsel Sylt verbracht und uns den frischen Wind um die Nase blasen lassen. Die Golfschläger habe ich für diese Zeit aus der Hand gelegt. Ein lange geplanter Besuch bei Freunden stand auf einer der schönsten deutschen Inseln ganz im Mittelpunkt.

So long, Ihr und Euer Sven Strüver


PS. Mit Tobias Dier schaffte am vorigen Sonntag ein Deutscher den Sieg auf einem PGA-Turnier der europäischen Tour. "Tobsi" gelang bei der North West of Ireland Open sein erster Tourtitel. Das ist riesig. Ich freue mich für ihn und habe gleich versucht, ihn telefonisch zu ereichen. Leider war nur die Mailbox an. Meine Gratulation hole ich bei nächster Gelegenheit aber auf jeden Fall persönlich nach.



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