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Super-Bowl-Triumph der New England Patriots Kaiser, König, Edelman

Der knappste Super Bowl, die größte Aufholjagd, die beste Quarterbackleistung - aber New England hätte nicht gewonnen, wenn Julian Edelman nicht der Fang des Jahrhunderts gelungen wäre. Alles Wichtige zum Spiel.

Die Ausgangslage: Zum neunten Mal standen die New England Patriots im Super Bowl. Keine Mannschaft hat das Endspiel so oft erreicht wie das Team aus Boston. Gegner Atlanta Falcons war erst zum zweiten Mal dabei und trotz guter Offense leichter Außenseiter.

Das Ergebnis: New England gewann 34:28 nach Verlängerung. Hier geht es zum Spielbericht.

Das erste Viertel: Blieb punktlos. Atlanta hat eine der besten Offenses der NFL-Geschichte (nur sieben Mannschaften haben jemals mehr Punkte in einer Saison erzielt), New England hat Tom Brady, den besten Quarterback überhaupt. Und dennoch stand es nach 15 Minuten 0:0. Der Grund: Nach Punts mussten die Mannschaften immer weit in der eigenen Hälfte anfangen und kamen mit ihren Drives nicht bis in Field-Goal-Reichweite.

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Super Bowl: Historischer Sieg der Patriots

Foto: ADREES LATIF/ REUTERS

Das zweite Viertel: Ging mit 21:3 klar an die Falcons. Was hatte sich im Vergleich zum ersten Quarter geändert? New England verlor zweimal den Ball durch Turnovers. LaGarrette Blount, dem sonst so sicheren Running Back, unterlief ein Fumble, erst sein fünftes in drei Jahren. Atlanta übernahm den Ball und erzielte einen Touchdown. Später warf Brady eine Interception, auch das nutzten die Falcons aus. Den Patriots gelang nur ein Field Goal kurz vor der Pause.

Die Halbzeitshow: Spektakulär. Aber nicht so kontrovers wie von vielen befürchtet/erhofft. Lady Gaga war im Präsidentschafts-Wahlkampf für Hillary Clinton aufgetreten, was viele erwarten ließ, sie werde die große Bühne für politische Statements nutzen. Stattdessen blieb es bei vagen Andeutungen: Dass die Sängerin auf dem Dach des Stadions stehend "God Bless America" in den Protestsong "This Land Is Your Land" von Woody Guthrie übergehen ließ, war schon das Brisanteste an Gagas Auftritt.

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Halbzeitshow beim Super Bowl: Lady Gaga on fire

Foto: Mike Ehrmann/ AFP

Das dritte Viertel: War ausgeglichen. Als Atlanta nach einem Touchdown-Pass von Matt Ryan auf Tevin Coleman 28:3 in Führung ging, war die Siegwahrscheinlichkeit der Patriots statistisch kaum noch existent: Noch nie hatte eine Mannschaft im Super Bowl einen Rückstand von mehr als zehn Punkten aufgeholt. 17 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit gab es dann endlich den ersten Touchdown für New England. Doch der Extrapunkt wurde von Stephen Gostkowski an den Pfosten getreten und damit vergeben.

Voreilig: Donald Trump, dem die Patriots-Ikonen Brady und Trainer Bill Belichick freundschaftlich verbunden sind, verließ Augenzeugenberichten zufolge die Super-Bowl-Party, die er in einem seiner Golfklubs besuchte, frühzeitig, als das Spiel entschieden schien. Auch Schauspieler und Patriots-Fan Mark Wahlberg wollte sich das Ende des Spiels nicht mehr ansehen und ging mit seiner Familie. Hoffentlich verzeihen seine Söhne ihm das irgendwann.

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Das vierte Viertel: Magisch. Zwei Touchdowns in den letzten sechs Minuten des Spiels brachten New England noch den Ausgleich und sorgten für die erste Verlängerung in der Super-Bowl-Geschichte.

Defensivaktion des Spiels: Atlanta hatte kein einziges Mal den Ball verloren, als Matt Ryan achteinhalb Minuten vor Spielende einen Pass ansetzte. Es stand 28:13, die Falcons mussten eigentlich nur die Uhr runterspielen. Aber Linebacker Dont'a Hightower brach durch die Offensive Line hindurch und fiel Ryan in den Wurfarm. Der Quarterback verlor den Ball, Hightower eroberte ihn. New England hatte nun in aussichtsreicher Position selbst wieder den Ball und nutzte das zu einem weiteren Touchdown-Drive.

Offensivaktion des Spiels: New Englands eigentlicher Passempfänger Nummer eins, Tight End Rob Gronkowski, fehlt wegen einer Rückenverletzung seit zwei Monaten. Umso wichtiger für Brady, dass Wide Receiver Julian Edelman im vierten Quarter einen Ball fing, an den man sich noch sehr lange erinnern wird. Der Pass sah schon nach einer Interception aus, drei Falcons-Spieler stürzten sich auf den Ball und auf Edelman. Aber irgendwie schaffte der es, mit zweimaligem Nachfassen in horizontaler Lage direkt über dem Rasen das Leder zu packen und festzuhalten. Das hielt den 91-Yard-Drive am Leben, mit dem New England den Ausgleich schaffte.

Die Verlängerung: Dauerte keine vier Minuten. New England gewann den Münzwurf und bekam zuerst den Ball. Ein Touchdown reichte so zum Titel, und den schafften sie im ersten Drive.

An einer Hand abgezählt: Tom Brady ist der erste Quarterback, der fünf Super-Bowl-Ringe tragen darf. Dass er zum MVP, also zum wertvollsten Spieler des Finales gewählt wurde, ist unumstritten. Mit 466 Pass-Yards stellte er einen neuen Super-Bowl-Rekord auf und übertraf die alte Bestmarke von Kurt Warner gleich um 50 Yards. Tragisch nur, dass nach dem Spiel offenbar Bradys Trikot aus der Kabine der Patriots gestohlen wurde. Das berichtete zumindest  die Zeitung "USA Today".

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