Synchronspringen Erstes Silber für Deutschland

Auf die deutschen Synchronspringer ist Verlass: Nach Ditte Kotzian und Heike Fischer haben auch Patrick Hausding und Sascha Klein eine Medaille geholt. Für das deutsche Duo reichte es sogar zu Silber. Dabei sah es schon so aus, als würden die beiden leer ausgehen.


Hamburg - Hausding und Klein mussten sich im Wettbewerb vom Zehn-Meter-Brett nur Lin Yue und Huo Liang geschlagen geben. Die Chinesen setzten sich mit 468,18 Punkten durch und holten für den Gastgeber bereits die siebte Goldmedaille.

Bronze ging an die russischen Vizeweltmeister Gleb Galperin und Dmitrij Dobroskok (445,26 Punkte).Die Europameister Hausding und Klein (450,42 Punkte) bescherten dem deutschen Olympia-Team die zweite Medaille bei den Sommerspielen in Peking.

"Wir haben bis zum Ende gezittert", sagte Sportsoldat Klein nach dem Erfolg. Dass es am Schluss Silber wurde, war für den 22-Jährigen schlicht "Wahnsinn". Sein Berliner Partner Hausding, mit 19 Jahren noch ein Jungspund in der Weltelite, gebrauchte nach dem vierten der sechs Sprünge ein anderes Wort: "Scheiße" - selbst aus größerer Entfernung war das leicht von Hausdings Lippen abzulesen. Sie hatten den dreieinhalbfachen Salto rückwärts verbaut, waren von Rang drei abgerutscht, die Medaille schien verloren.

Für Silber reichte es dann doch noch, weil Hausding/Klein den eigenen Wackler wegsteckten und mit dem finalen Versuch, einem zweieinhalbfachen Salto mit zweieinhalb Schrauben, noch an Gleb Galperin/Dimitri Dobroskok vorbeizogen. Die Russen produzierten ihrerseits einen kapitalen Fehler und machten so den Weg des deutschen Paares frei.

"Wir hätten uns auch über Bronze gefreut", ließ Hausding wissen, während sein Partner einen innigen Wunsch hatte: "Ich muss meine Freundin Franziska und meine Eltern anrufen." Zu Hause sollten sie aus erster Hand erfahren, was ihm im fernen China Gutes widerfahren war. "Wahnsinn. Zwei Wettkampftage, zwei Medaillen - das ist wahnsinnig gut", machte Einzel-Medaillenanwärter Klein darauf aufmerksam, dass ausgerechnet die kleine Gilde der Wasserspringer Deutschlands Edelmetall-Ambitionen bei den Spielen zu erfüllen vermag.

Am Sonntag hatte das Synchron-Duo Ditte Kotzian und Heike Fischer im Drei-Meter-Wettbewerb Bronze geholt. Der 19 Jahre alte Patrick Hausding aus Berlin und sein drei Jahre älterer Partner Sascha Klein vom SV Neptun Aachen machten ein Wechselbad der Gefühle durch.

ach/sid/dpa

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