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09. Juni 2007, 15:39 Uhr

T-Mobile und der ARD-Vertrag

Anti-Doping-Kampf statt Werbung

Für eine Million Euro sollte T-Mobile die Tour-de-France-Übertragung der ARD präsentieren - nun will das Unternehmen aus dem Vertrag aussteigen. Das Geld solle lieber in den Anti-Doping-Kampf fließen, so Telekom-Sprecher Christian Frommert. Die ARD sperrt sich jedoch.

Hamburg - Telekom-Sprecher Frommert bestätigte die Vorabmeldung des SPIEGEL, nach der das Team T-Mobile nicht als Presenter der diesjährigen Tour de France (7. bis 29. Juli) auftreten will. "Ja, es stimmt, dass wir aus dem Vertrag mit der ARD aussteigen wollen", sagte Frommert SPIEGEL ONLINE.

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DPA

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T-Mobile hatte für etwa eine Million Euro das Recht erworben, bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt zu Beginn jeder Übertragung als Presenter zu erscheinen ("Die Tour de France wird Ihnen präsentiert von T-Mobile"). Ein Teil dieses Geldes soll stattdessen der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) zur Verfügung gestellt werden. "Wir wollen den Kampf gegen Doping unterstützen und das Geld lieber der Nada geben, als Werbung zu machen", sagte Frommert.

Die ARD beharrt jedoch auf dem Vertrag, weil die Stornofristen nicht eingehalten worden seien. Die ARD-Werbung bietet als Alternative an, dass T-Mobile für die knappe Million konventionelle Werbesports bucht. T-Mobile lehnte dieses Angebot ab.

Frommert, Leiter der Sponsoring-Kommunikation bei der Telekom, ist jedoch überzeugt, dass ein Ausstieg auch im Sinne der ARD sein müsste: "Wir wollen eine Distanz schaffen zwischen dem berichtenden Medium und uns als teilnehmendem Team und Sponsor", so Frommert zu SPIEGEL ONLINE.

hut

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