Tagesvorschau Ronny Weller greift nach dem Rekord

Die deutschen Medaillenkandidaten müssen am zwölften Wettkampftag Kraft und Eleganz beweisen. Superschwergewichtler Ronny Weller würde mit einer Medaille im Gewichtheben einen neuen Rekord aufstellen. Dressurreiterin Ulla Salzgeber will ihren hauchdünnen Vorsprung in der Kür verteidigen.


Ganz stark: Gewichtheber Ronny Weller
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Ganz stark: Gewichtheber Ronny Weller

Athen - Es ist ein historischer Kraftakt, den der deutsche Gewichtheber Ronny Weller anstrebt: "Eine Medaille muss es werden", sagt der 35-Jährige. "Die Farbe ist völlig egal. Hauptsache noch einmal olympisches Edelmetall." Eine Medaille im Superschwergewicht (19 Uhr MESZ) wäre die fünfte Plakette bei Olympia für 150-Kilo-Mann Weller und damit neuer Rekord bei den Gewichthebern.

An Motivation fehlt es dem Olympiasieger von 1992 jedenfalls nicht: "Im Wettkampf gehe ich über Leichen, da schone ich meinen Körper keine Sekunde." Klarer Goldfavorit ist Weltmeister und Olympiasieger Hossein Rezazadeh aus dem Iran. Um die restlichen Medaillen wird Weller sich wohl mit Vize-Weltmeister Welitschko Tscholakow aus Bulgarien, dem lettischen WM-Dritten Viktors Scerbatihs und Aschot Danieljan aus Armenien streiten müssen.

Salzgeber auf dem Weg zum zweiten Gold

Eine Goldmedaille durfte sich Dressurreiterin Ulla Salzgeber nach dem Triumph mit der deutschen Mannschaft bereits umhängen. Im Einzel soll nun der zweite Olympiasieg folgen. Vor der abschließenden Kür (14.30 Uhr) liegt die Deutsche zwar auf Platz eins, hat aber nur 0,52 Punkte Vorsprung auf die niederländische Titelverteidigerin Anky van Grunsven. "Ich werde voll angreifen, das lag mir schon immer am besten", so Salzgeber, die in Sydney Bronze gewonnen hatte.

Auf Goldkurs: Dressurreiterin Ulla Salzgeber
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Auf Goldkurs: Dressurreiterin Ulla Salzgeber

Weitere deutsche Medaillenkandidaten sind Bahnradfahrer Jens Fiedler im Keirin-Wettbewerb (18.05 Uhr) und Triatletin Anja Dittmer (9 Uhr). Dittmer gilt als exzellente Läuferin und hat eine Chance auf Edelmetall, wenn ihr Rückstand nach dem schweren Radkurs nicht zu groß ist. Für eine Überraschung im Hammerwerfen könnte die deutsche Meisterin Andrea Bunjes sorgen (Finale 21.10 Uhr).

Hockeyherren und Wasserballer in der K.o.-Runde

Welt- und Europameister sind sie schon, jetzt wollen die deutschen Hockeyherren auch den Olympiasieg. Nach dem Unentschieden im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea trifft das deutsche Team im Halbfinale (17.30 Uhr) auf die Niederlande, Olympiasieger von 1996 und 2000. "Die Rivalität zu den Holländern ist nicht von der Hand zu weisen", sagt Nationalspieler Björn Emmerling. "Es ist im Hockey wie im Fußball - es gibt immer einen heißen Tanz."

Einen solchen erwarten auch die deutschen Wasserballer im Viertelfinale (16 Uhr) gegen Russland. "Jetzt wollen wir den großen Coup landen. Wir haben Selbstvertrauen ohne Ende", sagt Torjäger Marc Politze vor dem Spiel gegen den Zweiten von Sydney.

Hockeyspieler Christopher Zeller (Mitte): Im Halbfinale gegen den Erzrivalen
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Hockeyspieler Christopher Zeller (Mitte): Im Halbfinale gegen den Erzrivalen

Eine gute Ausgangsposition im Kampf um Medaillen wollen sich außerdem der Boxer Rustam Rahimov sowie die Stabhochspringer Tim Lobinger, Lars Börgeling und Danny Eckert schaffen. Rahimov kämpft im Viertelfinale des Fliegengewichts (18.30 Uhr) gegen den Namibier Paulus Ambunda. Im Stabhochsprung treten die drei deutschen Starter in der Qualifikation (18.45 Uhr) an.



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