Positiver Dopingtest Hammerwurf-Olympiasiegerin droht lebenslange Sperre

Die Russin Tatjana Lysenko ist wegen eines positiven Doping-Tests vorläufig von allen Wettkämpfen ausgeschlossen worden. Die Hammerwurf-Olympiasiegerin war bereits 2007 erwischt worden. Ihr droht nun eine lebenslange Sperre.

Russische Hammerwerferin Lysenko
AFP

Russische Hammerwerferin Lysenko


Russlands Hammerwurf-Olympiasiegerin Tatjana Lysenko ist positiv auf Doping getestet und vorläufig gesperrt worden. Dies bestätigte der Leichtathletik-Weltverband IAAF am Dienstag, zunächst, ohne Angaben über den Zeitpunkt des Vergehens und die entdeckte Substanz zu machen.

Lysenko war bereits von 2007 bis 2009 gesperrt. Damals war sie für die Einnahme verbotener Steroide bestraft worden. Ihr droht nun eine lebenslange Sperre. 2007 stellte sie mit 78,61 Metern einen Weltrekord auf, der wegen ihrer Dopingsperre jedoch annulliert wurde.

Laut russischen Medien ist die 32-Jährige, die seit ihrer Heirat den Nachnamen Beloborodowa trägt, bei Nachtests von Proben der WM 2005 erwischt worden. Ob Lysenko, die nach einer Babypause den Start bei Olympia in Rio de Janeiro angepeilt hatte, Titel oder Medaillen verliert, ist noch offen.

Bei der WM 2005 hatte die damals 21-Jährige in Helsinki Silber geholt. Ihre größten Erfolge feierte Lysenko mit Olympia-Gold 2012 in London sowie den Weltmeister-Titeln 2011 und 2013. 2011 hatte die deutsche Ex-Weltrekordlerin Betty Heidler hinter Lysenko WM-Silber gewonnen.

Mit der Sperre von Olympiasiegerin Lysenko erhöht sich der Druck auf Russlands Leichtathletikverband weiter. Wegen weitverbreiteter systematischer Doping- und Korruptionspraktiken ist der Verband derzeit gesperrt. Es droht ein Ausschluss von den Olympischen Spielen in Rio.

bka/sid/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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juba39 05.04.2016
1. Abgründe!
Nicht DIESER Fall. Wer aufmerksamliest, es geht nicht um "schon wieder", sondern um eine Nachkontrolle von 2005. Also noch vor ihrer Sperre. Abgründe tun sich in England auf. Dort wird seit 2 Jahren ein ganzer Sumpf von systematischen Doping aufgespürt. Die brit. Antidopingagentur wird durch einen Insider informiert. Und unternimmt?Nichts! Und fordert jetzt Herr Seppelt die Suspendierung der brit Fußballklubs? Denn er war ebenfalls seit 2 Jahren aktiv bei der Aufdeckung involviert. Aber der Hammer ist ja dabei, daß die brit Antidopingagentur von der WADA mit der Untersuchung im russischen Sport beauftragt wurde. Ist so, als wenn die Polizei die Bandidos mit der Untersuchung der Hells Angels beauftragen würde. Und dabei sind die Fragen nach Suspendierung von Kenia, Marokko, Äthiopien und der Länder Osteuropas mit ihren über 100 Dopern seit Januar noch gar nicht gestellt. Gibt es wieder einmal, wie bei der FIFA, Konsequenten für die "Achse der Guten" Konsequenzen erst NACH Olympia? Wer hier lediglich von Doppelmoral spricht, stapelt aber sehr sehr tief.
feurig 05.04.2016
2.
Es scheint praktisch unmöglich in Russland oder in den restlichen Oststaaten zum Aufstieg im Profisport zu kommen ohne massiv mit Medikamenten nachzuhelfen
juba39 06.04.2016
3. Noch einmal
Es geht hier um eine Probe aus dem Jahre 2005! Demgegenüber besitzt die ARD (Seppelt als Chefaufklärer) eine Liste mit 400 Namen der letzten Weltmeisterschaften, auf den auch Deutsche wegen "auffälliger" Werte auftauchen. Diese Liste wird bis heute geheimgehalten. Warum wohl? Und wer sich die Mühe macht, deutsche Medien nach neuesten Erkenntnisse zum Doping in GB zu durchsuchen, wird leider! nicht fündig. Auch hier, warum wohl. Könnte es sein, daß englische Spitzenklubs im Fußball oder Topradsportler suspendiert werden müßten? Allerdings zeigt der Kommentar von "feurig", daß die Kampagne ihr Ziel erreicht hat. Das da heißt, gedopt wird nur im Ostblock und da wieder nur von Russland. Wie sagte gestern ein Dopingexperte? "Wenn ich mir nur das Muskelspiel der Williamsschwestern ansehe..."
thrust26 06.04.2016
4. Na und?
Bloß weil 1000 andere auch betrügen, was ändert das an diesem Fall? Die Frau hat wiederholt ihre Konkurrentinnen betrogen und um ihren verdienten Erfolg gebracht. Sie hat ihnen Medaillen gestohlen, dazu Förder- und Sponsorgelder und stattdessen selbst kassiert. Das ist Betrug und bleibt Betrug. Ich wünsche ihr eine lebenslange Sperre als Athletin, Funktionärin, Trainerin etc. Plus eine ordentliche Geldstrafe. Am besten man behandelt sie so wie Lance Armstrong.
-su- 06.04.2016
5.
Zitat von thrust26Bloß weil 1000 andere auch betrügen, was ändert das an diesem Fall? Die Frau hat wiederholt ihre Konkurrentinnen betrogen und um ihren verdienten Erfolg gebracht. Sie hat ihnen Medaillen gestohlen, dazu Förder- und Sponsorgelder und stattdessen selbst kassiert. Das ist Betrug und bleibt Betrug. Ich wünsche ihr eine lebenslange Sperre als Athletin, Funktionärin, Trainerin etc. Plus eine ordentliche Geldstrafe. Am besten man behandelt sie so wie Lance Armstrong.
Ich wünsche mir, dass endlich auch bei uns aufgeräumt wird. Wo sind denn die Konsequenzen zum Balco-Skandal gewesen? Der US-Leichtathletikverband wurde nicht suspendiert. Wo sind die Konsequenzen beim Fall Fuentes. Gegen Radfahrer wurde vorgegangen, die anderen Sportler hat man geschützt. Jetzt auch in Großbritannien. Da wird auch nicht weiter gegen die Doper vorgegangen. In den Medien gibt es nur Russland als Dopingland.
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