Tennis Haas setzt ein viel versprechendes Signal

Mit dem zweiten Turniersieg seiner Karriere hat Tommy Haas seine derzeit gute Form bestätigt. Darf er sich nun Hoffnungen auf einen Australian-Open-Titel machen?


Tommy Haas: "Ich darf jetzt nicht nachlassen"
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Tommy Haas: "Ich darf jetzt nicht nachlassen"

Adelaide - Als erster Turniersieger des neuen Tennisjahres ist Tommy Haas noch lange nicht am Ziel seiner Träume. Der 22 Jahre alte Daviscup-Spieler will nach dem 6:3, 6:1-Finalerfolg von Adelaide gegen den Chilenen Nicolas Massu und seinem zweiten Turniersieg nach Memphis 1999 zum ganz großen Schlag ausholen. "Dieser Titel ist weitaus wichtiger als der damals in Memphis, er ist ein viel versprechendes Signal", sagte Haas, der nun vom ersten Grand-Slam-Sieg träumt.

Knapp dreieinhalb Monate nach seinem Olympiasilber in Sydney war Australien erneut ein gutes Pflaster für Haas: "Solche Matches wie hier in Adelaide geben mir viel Selbstvertrauen. Wenn ich so weiterspiele, kann ich meine Ziele dieses Jahr endlich verwirklichen." Aus den Fehlern der Vergangenheit hat Tommy Haas nach eigenem Bekunden gelernt: "Ich darf jetzt nicht nachlassen."

Abgehakt sind die bitteren Stunden des vergangenen Jahres, als seine Karriere durch unzählige Verletzungen und fehlerhafte Planung erheblich ins Stocken geriet. "Die Negativserie ist vorbei. Im zehnten Finale habe ich es endlich wieder geschafft. Es ist ein unglaublich gutes Gefühl", sagte der an Nummer fünf gesetzte Deutsche, der zuvor in 23 Monaten acht Endspiele verlor.

Mit dem Erfolg in Adelaide schaffte Haas erstmals seit September 1999 wieder den Einzug in die Top Ten der Computer-Rangliste. Für seinen neuen Trainer Gavin Hopper, der schon den Australier Mark Philippoussis und die Südafrikanerin Amanda Coetzer in die Weltspitze führte, ist der Turniersieg der verdiente Lohn harter Arbeit in den letzten Wochen. "Tommy hat stark an seiner mentalen Stabilität und der Konzentration sowie an seiner Fitness gearbeitet", sagte der Australier, wegen seiner knallharten Trainingsführung in der Szene als "Hopp-Hopp-Hopper" bekannt.

Für den in Florida lebenden Haas ist der neue Trainer ausschlaggebend für den jüngsten Höhenflug. "Er hat mir unheimlich geholfen und mir gezeigt, worauf es ankommt", sagte der gebürtige Hamburger. In der Vergangenheit habe er oft in wichtigen Augenblicken den Überblick verloren und dadurch unzählige unnötige Niederlagen kassiert.

Von Michael Davis, sid



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