ATP-Turnier in Hamburg EM-Titel soll mehr Spitzenspieler anlocken

Seit Jahren kämpft das Tennisturnier in Hamburg vergeblich um Topspieler. Eine erstmals ausgetragene Europameisterschaft soll das ändern, doch das grundsätzliche Problem bleibt.

Das Tennisstadion am Hamburger Rothenbaum
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Das Tennisstadion am Hamburger Rothenbaum


Die Sieger der vergangenen drei Jahre beim internationalen Tennisturnier in Hamburg hießen Martin Klizan, Leonardo Mayer und Nikolos Bassilaschwili. Die traditionsreiche Veranstaltung musste mit der geringen Wertschätzung vieler Profis leben - das soll sich nun unter dem neuen Veranstalter Peter-Michael Reichel ändern. Das Turnier wird zu einer Europameisterschaft aufgewertet, die es im Tennis bisher nicht gab.

Reichel teilte im Verbund mit der Stadt Hamburg und dem im Profitennis eher unbedeutenden Dachverband "Tennis Europe" mit, die Veranstaltung am Hamburger Rothenbaum soll so für Spieler, Sponsoren, Zuschauer und TV-Sender attraktiver werden. "European Tennis Championships haben noch nie stattgefunden", sagte Reichel. Das ATP-500-Turnier wird in diesem Jahr von 20. bis 28. Juli stattfinden. Welche Spieler bei der offen ausgeschriebenen EM-Premiere, an der skurrilerweise auch Nicht-Europäer teilnehmen dürfen, aufschlagen werden, ist noch nicht bekannt. Die Vereinigung der Tennisprofis (ATP) ist nicht in die EM-Pläne involviert.

Das weiterhin auf Sand ausgetragene Turnier wird jedoch auch als Europameisterschaft unter dem ungünstigen Termin leiden. Ende Juli verliert die rote Asche im Übergang zur Hartplatzsaison an Bedeutung, vier Wochen nach dem Finale in Hamburg beginnen bereits die US Open in New York. Topspieler wie der Weltranglistenerste Novak Djokovic, Sandplatzspezialist Rafael Nadal oder auch Alexander Zverev werden sich nach Wimbledon (1. Juli bis 14. Juli) eher auf das vierte Grand-Slam-Turnier des Jahres vorbereiten und deshalb an Turnieren mit entsprechenden Belag teilnehmen.

Turnierdirektorin Sandra Reichel
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Turnierdirektorin Sandra Reichel

Turnierdirektorin Sandra Reichel, Tochter des Veranstalters, sagte weiter: "Wir haben den Namen geändert in Hamburg Open. Denn Hamburg hat so eine Strahlkraft." In den Vorjahren firmierte das von Wimbledonsieger Michael Stich organisierte Turnier unter der Bezeichnung German Open.

Neben den Profis wird auch eine EM der U21-Nachwuchsspieler ausgetragen. Diese soll bereits einige Tage zuvor beginnen. Dazu werden alle 50 im Europaverband organisierten nationalen Verbände eingeladen - jedes Land erhält einen Startplatz bei Juniorinnen und Junioren. Im kommenden Jahr möchte Reichel dann auch eine Europameisterschaft für Frauen in Hamburg etablieren, in dieser Frage konnte aber noch kein Vollzug vermeldet werden.

krä/dpa



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tombadil1 26.02.2019
1.
Das ist seit Ewigkeiten das selbe Theater mit Hamburg. Wenn die Sandplatz-Saison de facto vorbei ist kann man eben mit einem auf SAND ausgetragenen Turnier die Top-Spieler nicht hinter dem Ofen hervorlocken. Entweder müsste man das Turnier als Vorbereitungsturnier für die French-Open früher im Kalender platzieren, wofür allerdings meiner Meinung nach kein Platz ist, oder den Belag wechseln.
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