Tennis-Finale in Indian Wells Nachwuchstalent Andreescu kämpft Kerber nieder

Die 18 Jahre alte Bianca Andreescu hat sich ein spannendes Endspiel mit Angelique Kerber geliefert. Auch Hitze und Verletzungsprobleme konnten die junge Kanadierin nicht stoppen.

Bianca Andreescu aus Kanada
AP

Bianca Andreescu aus Kanada


Angelique Kerber hat beim prestigeträchtigen WTA-Turnier in Indian Wells ihren ersten Titel seit ihrem Wimbledonsieg im Juli 2018 verpasst. Die Nummer acht der Tennis-Weltrangliste verlor das Finale 4:6, 6:3, 4:6 gegen das 18 Jahre alte kanadische Toptalent Bianca Andreescu, verbessert sich aber im Ranking auf Position vier.

Andreescu sicherte sich den Sieg mit ihrem vierten Matchball nach 2:18 Stunden. Kurzzeitig sah es noch so aus, als würde die Kanadierin einbrechen - sie musste im dritten Satz an ihrem Schlagarm behandelt werden, zudem herrschten im kalifornischen Indian Wells Temperaturen über 30 Grad. Andreescu spielte in der Hitze klug, variabel und mit enormer Wucht, vor allem mit dem zweiten Aufschlag der Kanadierin hatte Kerber Probleme.

Andreescu ist die jüngste Indian-Wells-Finalistin seit Kim Clijsters (Belgien) im Jahr 2001 und hat als neue Nummer 24 der Weltrangliste die Top 20 im Visier; sie war für das Turnier dank einer Wildcard qualifiziert. Für ihren Sieg kassiert die 18-Jährige nun 1,34 Millionen Dollar.

Angelique Kerber
JOHN G MABANGLO/EPA-EFE/REX

Angelique Kerber

Für Kerber begann das Match mit einem Break zum 0:1 unglücklich, diesem Aufschlagverlust lief sie den gesamten ersten Satz nach. Auch mit dem Wetter hatte die 31-Jährige Probleme.

"Ich seh' den Ball nicht, die Sonne blendet", sagte sie, als ihr Coach Rainer Schüttler nach dem ersten Satz zu einer kurzen Besprechung auf den Platz kam. Der frühere Weltklassespieler, Nachfolger des im vergangenen Oktober freigestellten Belgiers Wim Fissette, antwortete: "Das ist doch scheißegal jetzt, guck den Ball an, konzentrier dich auf deine Beine, lass dir nicht ihr Spiel aufzwingen. Du diktierst das Match." Das gelang Kerber allerdings nur im zweiten Satz.

Im dritten Satz beim Stand von 3:5 wehrte Kerber drei Matchbälle ab und verkürzte auf 4:5. Doch wenig später machte Andreescu den größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere perfekt.

jan/sak



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powahouse 18.03.2019
1. Kerber fehlte der Mut
am Ende des Matches. Es ist auch ein taktischer Fehler gewesen, nicht weiterhin voll drauf zu gehen, denn was soll Andreescu anderes machen, als direkt auf den Punkt zu gehen, wenn Sie am Ende ihrer Kräfte ist? Aber Kerbers Spiel war in Ordnung, wenn nicht auf dem Level wie gegen Bencic. Schade. Aber gutes Turnier und eine verdiente Siegerin.
quincy1964 18.03.2019
2. Konstanz
Sie ist nicht in der Lage ihre Leistung über einen längeren Zeitraum zu konservieren.Immer nach einem Major Sieg kommt der Einbruch. Außer gegen Kvitova in Sydney waren es Spielerinnen, die weit hinter in der Weltrangliste stehen.In Indian Wells war es mehr Krampf als Glanz.
powahouse 18.03.2019
3. @quincy1964 Konstanz und
Damentennis, davon hat sich jeder verabschiedet. Dauernde Konstanz beschert und dann Äras wie Graf oder Williams, die totlangweilig sind. Kerber ist bis ins Finale gekommen, etwas hat Sie also richtig gemacht. Sie spielte von genial bis ausreichend. Am Ende fehlte halt das jungedliche Draufhauen. Das konnte die Andere besser.
jean-baptiste-perrier 19.03.2019
4. Vielleicht genau richtig!
Am konstantesten ist hier wieder das Abwerten von Damentennis im Allgemeinen und von Kerber im Speziellen. Jaja, "immer nach einem Major Sieg kommt der Einbruch". Mal so als kleine Info: 2016 hatte Kerber 63 Matche gewonnen und nur 18 verloren. 34 Wochen Weltranglisten-Erste (September 2016 bis Juli 2017). Gut, was helfen Zahlen und Fakten gegen gefühlte Wahrheiten auf dem Sofa. Ja, es wäre vordergründig schöner gewesen das Turnier in Indian Wells zu gewinnen, ist schon klar. Bloß sollte man mal einordnen, dass der Belag in Indian Wells grottenlahm ist. Sowas behagt Kerbers Spielanlage überhaupt nicht. Von daher einmal kurz in die Tischkante beißen und ärgern, aber danach anerkennen dass es besser lief als vorher zu vermuten war. Andererseits ist es doch positiv verwunderlich, dass Kerber das beinahe gewonnen hätte, obwohl ihr Aufschlag wieder schlechter als unter Wim Fissette ist. Dazu kam im Endspiel keine FH DTL (mit denen sie Bencic im Semi noch dominierte). Also sie kann noch viel verbessern - spielerisch als auch taktisch (die zeitweisen Rückfälle in Passivität). Und trotz dieser "Mängel" reichte es jetzt schon beinahe zum Titel in Indian Wells. Etwas weiter gedacht in Richtung Paris kann diese Niederlage vielleicht mehr Wert sein als ein Sieg nach dem an jeder Ecke ein Schulterklopfer wartet.
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