Tennis Israelin wird Einreise nach Dubai verweigert

Wieder mal vermischen sich Politik und Sport: Der Tennisspielerin Shahar Peer ist die Einreise nach Dubai verweigert worden - weil sie aus Israel stammt. Das Turnier soll trotzdem wie geplant stattfinden. Über dessen Zukunft will die Spielerinnen-Vereinigung WTA jedoch nachdenken.


Hamburg - Die Spannungen im Nahost-Konflikt zwischen Israel und den arabischen Staaten haben am Sonntag zu einem Eklat beim Tennisturnier in Dubai geführt. Der Israelin Shahar Peer wurde ohne Angabe von Gründen das Einreise-Visum verweigert.

Israelin Peer: Einreise nach Dubai verweigert
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Israelin Peer: Einreise nach Dubai verweigert

Von der Situation überrascht wurden die Verantwortlichen der Spielerinnen-Vereinigung WTA. "Wir sind tief enttäuscht, dass Shahar Peer kein Visum erhalten hat und deshalb nicht bei den Dubai Open starten kann. Sie hatte das Recht, dort zu spielen. Nach einigen Konsultationen haben wir uns aber entschlossen, die Zustimmung zur Fortsetzung des Turniers bis zum nächsten Wochenende zu geben", sagte WTA-Chef Larry Scott.

Peers Bruder sagte, seine Schwester hätte sich bereits vor Monaten um ein Visum bemüht und hätte von den Turnierorganisatoren eine Zusicherung bekommen, sie würde die Einreisegenehmigung erhalten. Moshe Haviv, Geschäftsführer des israelischen Tennisverbandes, appellierte an die WTA, sicherzustellen, dass Peers Position in der Weltrangliste nicht gefährdet würde, aufgrund der Unmöglichkeit in Dubai anzutreten.

Aktuell wird die frühere Top-20-Spielerin auf Rang 48 der Weltrangliste geführt, was sie automatisch dazu qualifizierte in Dubai an den Start zu gehen. Im vergangenen Jahr war sie die erste Israelin gewesen, die an einem Turnier in einem arabischen Staat teilgenommen hatte. Im Februar 2008 spielte Peer in Katar. "Ich wurde herzlich aufgenommen", sagte Peer damals. "Wenn man auf dem Platz steht, denkt man nicht über Politik nach. Du willst nur Tennis spielen."

WTA will über die Zukunft des Turniers in Dubai nachdenken

Die US-Amerikanerin Venus Williams sagte, alle Spielerinnen stünden hinter Peer. "Ich denke, die Turnierorganisatoren würden Shanar hier haben wollen, wenn es ihre Entscheidung wäre." Svetlana Kuznetsova, Weltranglistensiebte aus Russland, fügte hinzu: "Viele Spielerinnen haben so viel auf sich genommen um hier zu sein, deswegen wäre es nicht richtig, das Turnier abzusagen. Aber nächstes Mal sollten sie (die WTA, die Red.) etwas tun."

Der Verband sicherte der 21-jährigen Peer Rechtshilfe zu und will außerdem über die Zukunft des Turniers in Dubai nachdenken. "Die WTA Tour hat klare Regeln und Vorschriften. Kein Land sollte einem Spieler oder einer Spielerin das Startrecht bei einem Turnier verbieten können, für das sie sich qualifiziert hat", sagte Scott.

Nach den Damen, bei denen neun der zehn weltbesten Spielerinnen in Dubai an den Start gehen, treten die Herren ab dem 23. Februar zu ihrem traditionell stark besetzten ATP-Turnier im Emirat am Persischen Golf an.

fsc/sid/dpa/Reuters/AP



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