Tennis Kiefer weiter, Federer und Haas raus

Die deutschen Tennis-Herren erlebten heute in Athen einen eher durchwachsenen Tag. Während Nicolas Kiefer nach einem mühsam erarbeiteten Sieg in die dritte Runde einzog, schied Thomas Haas gegen den US-Amerikaner Andy Roddick aus. Auch Weltmeister Roger Federer musste sich vom Medaillentraum verabschieden.


Nicolas Kiefer: Geschwächt, aber glücklich
DDP

Nicolas Kiefer: Geschwächt, aber glücklich

Athen - Drei Sätze lang musste Nicolas Kiefer gegen Marcos Baghdatis aus Zypern kämpfen. Erst nach über zwei Stunden konnte der Holzmindener den Einzug ins Achtelfinale durch ein 6:2, 3:6. 6:3 perfekt machen. Das Match war für den favorisierten Deutschen eine Qual. "Durch die vielen Medikamente, die ich wegen meiner Mittelohrentzündung genommen habe, ist mein Körper geschwächt. Ich bin froh, dass ich es überstanden habe und will nur noch ins Bett", sagte Kiefer.

Nächster Gegner des Deutschen ist Mikhail Juschni. Er besiegte Jiri Novak aus Tschechien in zwei Sätzen. Der Russe hatte Kiefer zuletzt beim Masters-Turnier in Hamburg geschlagen, damals allerdings auf Sand. Für die Partie auf Hartplatz in Athen rechnet sich Kiefer gute Chancen aus. "Es wird nicht einfach, aber machbar", so der ehemalige Weltranglisten-Vierte. "Drei, vier Schippen" will er dann drauflegen, um eine lange Durstrecke zu beenden. "Das letzte Mal, dass ich eine Medaille gewonnen habe, war, glaube ich, beim Sportabzeichen", so 27-Jährige.

Der zweite im Einzel-Wettbewerb verbliebene Deutsche, Thomas Haas, schied dagegen gegen den amerikanischen Mitfavoriten Andy Roddick aus. Nach drei hart umkämpften Sätzen musste Haas seine Hoffnungen auf eine zweite Olympiamedaille begraben. Der Silbermedaillen-Gewinner von Sydney verlor gegen den an Nummer zwei gesetzten Roddick mit 6:4, 3:6, 7:9. In einem spannenden Match vergab Haas im dritten Satz drei Matchbälle, ehe er das entscheidende Break zum 7:8 kassierte. Roddick verwandelte in seinem anschließenden Aufschlagspiel seinen sechsten Matchball zum Sieg.

"Fighten bis zum Geht-nicht-mehr" hatte sich Haas vorgenommen, doch er setzte wie schon gegen Mario Ancic auch spielerisch Glanzpunkte. Obwohl Aufschlag-Weltrekordler Roddick beständig mit über 200 Kilometern pro Stunde servierte, schaffte der 26-Jährige Deutsche das Break zum 4:3 im ersten Satz.

Haas variierte gegen den Amerikaner vorzüglich, servierte selbst stark, ließ sich aber aus der Fassung bringen, als der Stuhlschiedsrichter den Mann an der Linie überstimmte und einen Ausball gut gab. Roddick schaffte damit das Break zum 2:0 im zweiten Satz und rettete sich in den dritten Satz, wo er das bessere Ende für sich hatte.

Haas' Schicksal teilte Roger Federer aus der Schweiz. Der Wimbledonsieger und Weltranglisten-Erste, der vor vier Jahren in Sydney im Halbfinale gegen Haas verloren hatte, unterlag überraschend dem Tschechen Tomas Berdych mit 6:4, 5:7, 5:7. Der 18-Jährige hatte in Runde eins den Bayreuther Florian Mayer bezwungen und sorgte nun gegen den Gold-Favoriten für eine Riesen-Sensation.



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