Dopingvergehen Zwei Jahre Sperre für Marija Scharapowa

Harte Strafe für Marija Scharapowa: Die russische Spielerin wurde vom Internationalen Tennisverband für zwei Jahre gesperrt. Scharapowa war im Januar positiv auf Meldonium getestet worden.


Marija Scharapowa darf bis Januar 2018 nicht mehr Tennis spielen. Der Weltverband ITF hat die Russin für zwei Jahre gesperrt. Das gab die ITF am Mittwoch bekannt. Scharapowa war bei den Australian Open in Melbourne im Januar 2016 positiv auf den verbotenen Wirkstoff Meldonium getestet worden.

Da Scharapowa selbst mit dem Vergehen an die Öffentlichkeit ging, setzte der Verband die Sperre rückwirkend ab dem Moment der positiven Probe an. Ab März war die Spielerin bereits provisorisch gesperrt und hatte nicht mehr an Turnieren teilgenommen. Mit dem Urteil der ITF wurden Scharapowa zugleich alle Weltranglistenpunkte und Preisgelder der diesjährigen Australian Open aberkannt.

Das leistungsfördernde Mittel Meldonium steht erst seit diesem Jahr auf der Dopingliste. Scharapowa hatte angegeben nichts davon zu wissen, dass die Substanz, die sie unter dem Namen Mildronat seit zehn Jahren aus medizinischen Gründen zur Bekämpfung von Diabetes einnehme, inzwischen illegal sei.

In einer ersten Stellungnahme auf ihrer Facebook-Seite kündigte Scharapowa an, gegen die Sperre beim internationalen Sportgerichtshof Cas juristisch vorzugehen. Zwar habe das Tribunal der ITF mit der Reduzierung der Sperre von möglichen vier auf zwei Jahre anerkannt, dass sie nicht wissentlich gedopt habe, sondern es sich um ein Versehen gehandelt habe. Dennoch sei die Dauer der Sperre immer noch zu hoch.

rae

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Nabob 08.06.2016
1. Spinner der Sportgerichtsjustiz
Wenn der verfahrensgegenständliche Stoff erst seit 2016 verboten ist und für Recht erkannt wurde, dass die Spielerin es nicht wissentlich eingenommen habe und damit einhergeht, dass ihr weder bekannt war, dass es neuerdings auf der Liste steht, noch dass es sich um Dope handelt, dann kann sie nach "Adam Riese" nicht schuldhaft gehandelt haben. Wenn sie sodann noch aktiv daran mitwirkt, aufzuklären und auf die Sporthoheit zugeht, so kann man leider nur davon ausgehen, dass es sich hier um keine juristisch fundierte Entscheidung, sondern um eine politische, ggf. sportpolitische, die zuvor mit den involvierten Sponsoren abgewogen wurde. Diese Entscheidung ist lächerlich, die Scharapowa ist nicht einschlägig vorbelastet, eine Verwarnung unter Anrechnung der Sperre bis zum heutigen Tage wäre schon zu viel, aber noch im Rahmen.
shakshirak 08.06.2016
2.
Bei russischen Sportlern ist man ja inzwischen geneigt, die Beweislast umzudrehen. Aber wenn das Mittel erst seit dem 1.1. verboten ist, von Frau Scharapowa seit Jahren als Medizin eingenommen wird, sie tatsächlich Diabetes hat und es sich um ein anerkanntes Mittel gegen Diabetes handelt, erscheintz die Strafe etwas zu hart. So wird man keine weiteren Sportler von einer Selbstanzeige überzeugen.
carinanavis 08.06.2016
3. Nicht wissentlicn
Zitat von NabobWenn der verfahrensgegenständliche Stoff erst seit 2016 verboten ist und für Recht erkannt wurde, dass die Spielerin es nicht wissentlich eingenommen habe und damit einhergeht, dass ihr weder bekannt war, dass es neuerdings auf der Liste steht, noch dass es sich um Dope handelt, dann kann sie nach "Adam Riese" nicht schuldhaft gehandelt haben. Wenn sie sodann noch aktiv daran mitwirkt, aufzuklären und auf die Sporthoheit zugeht, so kann man leider nur davon ausgehen, dass es sich hier um keine juristisch fundierte Entscheidung, sondern um eine politische, ggf. sportpolitische, die zuvor mit den involvierten Sponsoren abgewogen wurde. Diese Entscheidung ist lächerlich, die Scharapowa ist nicht einschlägig vorbelastet, eine Verwarnung unter Anrechnung der Sperre bis zum heutigen Tage wäre schon zu viel, aber noch im Rahmen.
Hören sie auf mit Ihren Lügen. Jeder Doper, jede Doperin sagt zuerst, dass es "nicht wissentlich" war. Der Arzt hat "unwissentlich" etwas gegeben etc. Es ist klar, das Ihre Post von interessierte russischer Seite zum Tweck er Desinformation kommt. In diesem Zusammenhang sollte auch beachtet werden, dass der aktuelle French-Open Campion Djokovic Scharapowa ausdrücklich in Schutz genommen hat. Er leugnet Doping im Tennis grundheraus, was nur einen Grund haben kann: er dopt selbst. Leider ist der SPIEGEl da nicht investigativ genug. Lieber beschmutzt man eigene Sportgrößen wie Beckenbauer, die zwar nichts kKriminelles getan haben, aber mehr Schlagzeilen machen beim Rufmord.
bauklotzstauner 08.06.2016
4.
Zitat von shakshirakBei russischen Sportlern ist man ja inzwischen geneigt, die Beweislast umzudrehen. Aber wenn das Mittel erst seit dem 1.1. verboten ist, von Frau Scharapowa seit Jahren als Medizin eingenommen wird, sie tatsächlich Diabetes hat und es sich um ein anerkanntes Mittel gegen Diabetes handelt, erscheintz die Strafe etwas zu hart. So wird man keine weiteren Sportler von einer Selbstanzeige überzeugen.
So siehts leider aus. Die Dopingbekämpfung ist zum außenpolitischen Instrument geworden. Im Fall Meldonium ist das offensichtlich. Die Bemühungen, das Mittel zu verbieten, wurden von der USADA angestoßen. Klartext: Die US-Doping-Behörde läßt von der WADA ein Mittel auf die Liste setzen, das fast ausschließlich von osteuropäischen Sportlern benutzt wird, und dessen Dopingwirkung zumindest umstritten ist. Ebenso: Der russische Leichtathletikverband wird "wegen systematischen Dopings" suspendiert. Der komplette Verband! Dabei wird völlig außer acht gelassen, daß die Russen bei den letzten WM 2015 im Vergleich zu den sportlichen Großereignissen zuvor deutlich schlechter abgeschnitten haben: Platz 9 im Medaillenspiegel (im Vergleich zu den WM 2013/11 - 1 und 2). Also ein deutliches Indiz dafür, daß mittlerweile weniger und vor allem weniger erfolgreich gedopt wird. Aber JETZT wird Russland gesperrt? Wegen systematischen Dopings?? Was ist denn mit Kenia? Jamaika? USA? Das waren die Plätze 1,2 und 3 bei den letzten Leichtahtletik-WM! Die Russen werden gedopt 9. und die genannten 3 sind "saubere" Sieger? Das stinkt doch 3 Meilen gegen dne Wind! Also WENN schon, dann muß grundsätzlich und für alle gleich agiert werden! Das, was jetzt stattfindet, ist eine Hexenjagd!
TS_Alien 08.06.2016
5.
Es gibt immer noch Menschen, die die Märchen der Profisportler glauben. Wird dann einmal ein Profisportler zweifelsfrei überführt, reicht selbst das nicht, um die naiven Menschen zu überzeugen. Systematisches Doping gibt es in einigen Ländern. Z.B. in Russland. Das ist bewiesen. In solchen und auch in anderen Ländern wird man problemlos Ärzte finden, die jede Krankheit diagnostizieren, damit die "Sportler" bestimmte Medikamente einnehmen dürfen. Auf solche Diagnosen sollte man nichts geben. Die Märchenstunden gehen weiter.
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