Nach Auftakt-Aus in Rom Zverev kritisiert sich und sein Team

Es läuft derzeit nicht für Alexander Zverev. Bei seinem Auftaktmatch in Rom unterlag er Matteo Berrettini. Danach sparte Deutschlands bester Tennisspieler nicht mit Kritik.

Alexander Zverev holte sich zum Auftakt in Rom die achte Niederlage im 14. Spiel ab
Clive Brunskill/Getty Images

Alexander Zverev holte sich zum Auftakt in Rom die achte Niederlage im 14. Spiel ab


Alexander Zverev ist bei der Generalprobe für die French Open bereits in der zweiten Runde gescheitert. Der 22-Jährige verlor beim Masters in Rom sein Auftaktmatch gegen den Italiener Matteo Berrettini 5:7, 5:7. Damit hat der in der Weltrangliste auf Rang fünf zurückgefallene Zverev acht seiner letzten 14 Spiele auf der Tour verloren.

Für Zverev ist es nach dem kleinen Aufwärtstrend beim Masters in Madrid, als er im Viertelfinale am späteren Finalisten Stefanos Tsitsipas scheiterte, ein erneuter Rückschlag. "Ich habe ein schreckliches Match gespielt, das war ganz anders als in Madrid", sagte Zverev. "Bei Wind bin ich einer der schlechtesten Spieler, die es unter den Top Ten je gab." Enttäuscht und sauer über seine Niederlage wolle er nun einige Tage pausieren: "Ich habe gerade keine Lust, Tennis zu spielen."

Gleichzeitig übte Zverev, der sich kürzlich von seinem Manager Patricio Apey getrennt hatte, Kritik an seinem Team. "Wenn wir beim Masters sind, müssen wir professionell sein, ich, mein ganzes Team und alle anderen um mich herum. Und wir waren so weit entfernt davon diese Woche", sagte Zverev dem TV-Sender Sky. Er habe zuvor Sponsoren-Termine und persönliche Dinge erledigen müssen: "Ich bin auf den Platz gegangen und war komplett tot, vor dem Match schon."

Absturz in der Weltrangliste möglich

Durch die jüngsten Ergebnisse könnte Zverev auch in der Weltrangliste weiter abrutschen. In Rom könnte er im ungünstigsten Fall von Tsitsipas und dem Japaner Kei Nishikori überholt werden und erstmals seit August 2017 aus den Top fünf fallen.

Zverev hatte im Vorjahr in Rom das Finale erreicht und auf dem Weg dorthin auch Berrettini geschlagen. In diesem Jahr war der Italiener bereits bei seinen letzten beiden Turnierstarts in München und Budapest bis ins Finale vorgedrungen, hatte in Ungarn sogar triumphiert.

Jan-Lennard Struff gewann hingegen sein Auftaktmatch. Den früheren Top-Ten-Spieler Grigor Dimitrow schlug der Deutsche 6:4, 6:7 (5:7), 6:3 und trifft nun auf den früheren US-Open-Champion Marin Cilic.

sak/hba/sid



insgesamt 5 Beiträge
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tomcek123 14.05.2019
1. Spielfreude
Alexander Zverev braucht einen Trainer oder irgendjemanden, der mit ihm an seiner Spielfreude auf dem Platz arbeitet. Er ist nicht locker. Ob Ivan Lendl dafür der richtige ist, erscheint mir zweifelhaft. Der wirkte früher auf dem Platz auch immer etwas zwangsneurotisch, und heute etwas humorlos.
Realist111 14.05.2019
2. Na ja, ...
... wenn ein damals 20-jähriger Zverev vor zwei Jahren meinte "Ich habe keine Lust mehr aufs Lernen. Wie lange soll ich noch sagen, dass ich lernen soll?", dann zeigt das imho eine Überheblichkeit, die ihm jemand aus seinem Team austreiben müsste - wenn es denn überhaupt möglich ist. Ansonsten wird das nichts auf Dauer, denn weshalb sollte der Satz vom "lebenslangen" Lernen ausgerechnet beim Tennis nicht gelten - und das nicht mal für einen 20-jährigen Jungspund?
quincy1964 15.05.2019
3. Eigenes Leben
Alexander sollte sich ein eigenes Leben und ein funktionierendes Management aufbauen.Er ist Anfang 20 und ständig mit Mama und Vater und Hund sowie seinem Bruder in Monte Carlo abhängen der lange schon nicht erfolgreich ist und sich im Ruhm des Bruders sonnt. Ivan Lendl ist in den USA wegen Heuschnupfen, was ist das für eine katastrophale Situation??? Ein Trainer sollte persönlich verfügbar sein und nicht am Abend per Skype ein Matchplan besprechen.
jean-baptiste-perrier 16.05.2019
4. Der Hund ist schuld!
Also die dominante Rolle von Alexander Senior sehe ich auch kritisch. Sascha wirkt auf dem Platz als wolle/müsse er dem zuschauenden Vater ständig etwas beweisen. Quasi nach jedem Punkt geht Saschas Blick in Richtung Box. Dazu das immer noch inflationäre Faustgeben selbst bei Allerweltspunkten. Von Freude am Tennis und einem Flow ist da nichts zu erkennen, weil Sascha einfach nicht frei im Kopf auf dem Platz steht. Die Kritik an Mischa kann ich jedoch überhaupt nicht teilen. Weder ist er erfolglos noch sonnt er sich im Ruhm seines Bruders. Welcher Ruhm umweht denn Sascha Zverev? Keiner! Er steht natürlich im Blickpunkt des Tennis-Interesses als großes Talent. Mischa hat seinerseits eher etwas Ruhm und große Anerkennung auf der Tour erworben als er 2017 bei den Australian Open im Achtelfinale mit seinem Serve-and-Volley den damaligen Weltranglisten-Ersten Andy Murray klar besiegen konnte. Murray spielte nicht schlecht. Doch Mischas konsequent und durchgängig vorgetragenes aggressive Vorrücken ans Netz setzte Murray unter Dauerdruck. Das war eine Serve-and-Volley Demonstration fürs Lehrbuch von Mischa an diesem Tag. Nach dem Motto: Liebe Kinder es gibt im Tennis noch andere Strategien als ständig von hinten sich die Bälle hin und her zu dreschen. Dementsprechende Begeisterung und Annerkennung insbesondere der alten Garde wie z. B. von John McEnroe wurde Mischa zu teil. Er ist also mehr als nur der Bruder von. Mischa ist als lockerer Typ (anders als sein kleiner Bruder) und für seinen Humor auf der Tour bekannt. Und da er perfektes Englisch auf Wunsch auch in Wasserfallgeschwindigkeit spricht, ist er ein international beliebter Interview-Gast. Als Beispiel zu nennen, wäre das On-Court-Interview bei den AO mit Jim Courier nach dem Triumph gegen Murray.
dirtygary 16.05.2019
5. Boris...
pump him up!
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