Tennisstar-Comeback Nadal dementiert Gerüchte über Depressionen und Doping

Depressionen? Unsinn. Doping? Üble Nachrede. Vor seinem Comeback auf dem Tennisplatz hat Rafael Nadal sich gegen Gerüchte verwahrt. Der frühere Weltranglistenerste forderte den Dopingarzt Eufemiano Fuentes zudem auf, im Prozess die Namen seiner Kunden zu nennen.

Spaniens Tennisstar Nadal: "Keine einfache Zeit"
AFP

Spaniens Tennisstar Nadal: "Keine einfache Zeit"


Hamburg - Der spanische Tennisprofi Rafael Nadal hat Gerüchte, er leide an Depressionen, harsch zurückgewiesen. "Absoluter Quatsch! Das stimmt überhaupt nicht", sagte der Spanier im Gespräch mit dem Magazin "Focus". Nadal war in dieser Woche nach 222 Tagen Verletzungspause beim Turnier im chilenischen Viña del Mar auf die ATP-Tour zurückgekehrt.

Der 26-Jährige gab allerdings zu, unter der langwierigen Knieverletzung gelitten zu haben: "Natürlich ist es für einen Profisportler keine einfache Zeit, wenn man monatelang ausfällt. Hinzu kam, dass ich die Olympischen Spiele in London absagen musste. Ich hätte die spanische Flagge bei der Eröffnungsfeier tragen sollen. Aber Depressionen? Die sind nun wirklich frei erfunden."

Das Hoffa-Kastert-Syndrom im linken Knie, eine Schwellung des Fettgewebes unterhalb der Patellasehne, hatte den früheren Weltranglistenersten zur längsten Pause seiner Karriere gezwungen. "Solche Schmerzen hatte ich noch nie. Bei jeder Bewegung hätte ich schreien können", sagte Nadal.

"Verurteilt, weil er Spanier ist"

Stellung nahm der Spanier gegenüber der französischen Sportzeitung "L'Équipe" auch zu Doping-Spekulationen im Zusammenhang mit dem Fall Fuentes. Während der spanische Sport beim Prozess um den Doping-Arzt Eufemiano Fuentes unter Beschuss steht, verteidigte Nadal sich und seine Kollegen: "Ich glaube, der Doktor hat mit ausländischen Sportlern zusammengearbeitet, aber weil er Spanier ist, wird der spanische Sport vorverurteilt."

Es sei ihm unverständlich, warum man den Sachen nie richtig auf den Grund gehe. "Wir müssen alles aufklären", forderte der elfmalige Grand-Slam-Gewinner: "Ich verstehe nicht, warum Doktor Fuentes keine Namen nennt. Und ich verstehe nicht, warum die Richter ihn nicht auffordern, dies zu tun." Dies "verletzt mich als Sportler", so Nadal weiter, wegen Menschen wie Lance Armstrong hätten alle Athleten ein "zweifelhaftes Image".

aha/sid



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.