Tennis Nadal weist Doping-Anschuldigungen zurück

Die ehemalige französische Sportministerin Roselyn Bachelot hat schwere Doping-Anschuldigungen gegen Tennisspieler Rafael Nadal erhoben. Der Weltverband helfe dabei, positive Tests zu vertuschen.
Rafael Nadal

Rafael Nadal

Foto: KEVORK DJANSEZIAN/ AFP

Beim ersten Tennis-Masters der Saison in Indian Wells ist der Dopingfall Marija Scharapowa das vorherrschende Thema. Die Russin fehlt gesperrt und alle Spitzenspieler müssen sich dazu äußern. Auch Rafael Nadal wurde im Vorfeld befragt. "Es ist schwer vorstellbar, dass so etwas passiert", sagte der Spanier. "Für Marija möchte ich glauben, dass es ein Fehler war. Sie wollte es nicht tun. Aber es war offensichtlich fahrlässig. Sie muss dafür bezahlen."

Nadal forderte, wie auch Andy Murray, eine Sperre für Scharapowa - und wurde kurz darauf mit Doping-Gerüchten in seine Richtung konfrontiert. "Ich habe oft gehört, dass meine Person mit Doping in Verbindung gebracht wurde", sagte der 14-fache Grand-Slam-Gewinner. "Ich bin müde, darüber zu reden. Ich bin absolut sauber und ein fairer Sportsmann."

Doping im Tennis
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Im Tennis gab es schon einige Dopingfälle, auch bekannte Spieler und Spielerinnen waren darunter. 2007 wurde die einstige Weltranglisten-Erste Martina Hingis in Wimbledon mit Kokain im Körper erwischt. Zwei Jahre später bekannte sich André Agassi in seiner Autobiografie, Crystal Meth genommen zu haben. Auch in den vergangenen Jahren war der Gebrauch von Dopingmittel nachgewiesen worden, etwa bei Marian Cilic 2013. "Es ist ein weißer Sport, aber noch nie übertrieben anständig, was den Bereich Doping anbetrifft", sagt der Dopingexperte Fritz Sörgel.

Das sieht die ehemalige französische Sportministerin Roselyn Bachelot anders. "Wir wissen, dass die Verletzung von Rafael Nadal, wegen der er sieben Monate lang pausiert hat, darauf zurückzuführen war, dass er bei einer Dopingkontrolle positiv getestet wurde", sagte Bachelot am vergangenen Mittwoch im französischen TV-Sender D8. 2012 hatte Nadal wegen einer Knieverletzung über ein halbes Jahr ausgesetzt.

Die 69-Jährige ging sogar noch einen Schritt weiter und griff den Tennis-Weltverband ITF an. "Wenn ein Tennisspieler mehrere Monate lang aussetzen muss, liegt das daran, dass er positiv auf Doping getestet wurde und dies vertuscht werden soll." Das sei laut Bachelot nicht immer so, aber schon einige Male vorgekommen.

In einem spanischen Radiosender äußerte sich Nadals Trainer und Onkel Toni Nadal zu den Vorwürfen. Er bezeichnete Bachelot als "Närrin", die nichts von Tennis verstehe und kündigte an, rechtliche Schritte gegen die Französin prüfen zu lassen.

krä/sid
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