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22. Juni 2008, 15:27 Uhr

Tennis

Verdacht auf Wettbetrug in Wimbledon

Acht Spiele sollen in den vergangenen Jahren beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon verschoben worden sein. Das berichtet die "Times". Mehrere Wettanbieter hatten verdächtig hohe Wettsummen bei Matches in den ersten Runden entdeckt.

Hamburg - Allein 2007 sollen vier Partien im Herren-Einzel nicht korrekt verlaufen sein. Dabei handele es sich ausschließlich um Drei-Satz-Niederlagen. Vier weitere Spiele aus den Vorjahren fielen ebenfalls durch ungewöhnlich hohe Wetteinsätze auf. Fünf der verdächtigen Tennisprofis seien auch in diesem Jahr in Wimbledon am Start. Das gehe aus einem Dossier hervor, das mehrere Wettanbieter erstellt haben und den Organisationen der Spieler im Profitennis, der ATP und WTA, schon länger vorliegen soll.

Rasen in Wimbledon: Hohe Summen bei Drei-Satz-Niederlagen
REUTERS

Rasen in Wimbledon: Hohe Summen bei Drei-Satz-Niederlagen

Namen von Spielern wurden in der "Times" nicht genannt. Auch andere englische Zeitungen berichteten am Sonntag über den Verdacht. Alle Profis, die in Wimbledon Spiele verschoben haben sollen, sind auch bei anderen Turnieren aufgefallen. Insgesamt werden 140 möglicherweise verschobene Spiele in dem Dossier genannt.

Ein von WTA, ATP und dem Weltverband ITF bei privaten Ermittlern in Auftrag gegebener Report über Wettbetrug kam im vergangenen Monat zu dem Schluss, dass "kriminelle Elemente" und organisierte Banden versuchen, Spieler zu bestechen.

Als Reaktion hat der für das Turnier in Wimbledon zuständige "All English Tennis Club" die Kontrollen am Eingang zu den Spielerbereichen verschärft, um Absprachen und die Verwendung von Insider-Informationen zu erschweren.

all/sid

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