Davis Cup Tanzender Noah führt Frankreich zum Titel

Frankreich hat zum zehnten Mal den Davis Cup gewonnen. Im Finale gegen Belgien profitierte das Tennis-Team von der Fußball-Atmosphäre in Lille - und der Rückkehr seines emotionalen Kapitäns Yannick Noah.
Frankreichs Team-Kapitän Yannick Noah

Frankreichs Team-Kapitän Yannick Noah

Foto: PASCAL ROSSIGNOL/ REUTERS

Steve Darcis galt in Belgien als Mann für die besonderen Punkte. Der Tennis-Profi, in der Weltrangliste auf Position 77 geführt, hatte bis zum Finale im Davis Cup gegen Frankreich noch nie ein entscheidendes fünftes Match verloren. Gegen Lucas Pouille riss diese Serie, Darcis war beim 3:6, 1:6, 0:6 chancenlos. Belgien wartet weiter auf den ersten Sieg in dem Team-Wettbewerb, Frankreich zog mit dem zehnten Triumph mit Großbritannien gleich und liegt in der ewigen Siegerliste hinter den USA (32) und Australien (28).

"Was für ein großartiges Finale. Das ist ein toller Erfolg nach so vielen Jahren", sagte Kapitän Yannick Noah, der schon 1991 und 1996 als Teamchef den Davis Cup gewonnen hatte und nun auch in seinem dritten Versuch das Finale gewann. Zuletzt hatte Frankreich 2001 mit einem Sieg gegen Australien in Melbourne die Trophäe geholt und anschließend drei Finals verloren.

Im umfunktionierten Fußballstadion Pierre Mauroy in Lille sorgten die französischen Fans in allen fünf Matches für eine beeindruckende Atmosphäre - angeführt vom ausgelassen jubelnden Noah an der Seitenlinie. Der ehemalige Profi hatte nach drei verlorenen Davis-Cup-Finals die Niederlagen-Kultur in Frankreich angeprangert, seine Spieler mit Kinderzeichnungen motiviert und mit der Nominierung von Richard Gasquet für das Doppel eine ungewöhnliche Personalentscheidung getroffen, die aufging.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Pierre Hugues Herbert, der mit Nicolas Mahut ein Weltklasse-Doppel bildet, gewann an der Seite von Gasquet gegen Ruben Bemelmans und Joris de Loore 6:1, 3:6, 7:6 (7:2), 6:4. Am Eröffnungstag hatte sich der Belgier David Goffin 7:5, 6:3, 6:1 gegen Pouille durchgesetzt und Jo-Wilfried Tsonga mit einem 6:3, 6:2, 6:1 gegen Darcis für den Ausgleich gesorgt. Goffin wiederum machte am Sonntag mit einem 7:6 (7:5), 6:3, 6:2 gegen Tsonga den Punkt zum 2:2 - ehe Pouille die Serie von Darcis beendete.

Für Noah waren die Zuschauer der entscheidende Faktor: "Es war unfassbar", sagte der 57-Jährige, der den Erfolg im Doppel mit einer Tanzeinlage feierte. "Ich glaube, so etwas habe ich in Frankreich noch nie zuvor erlebt. Es ist so ein großes Event, so viele Zuschauer genießen es und machen tolle Stimmung."

krä/dpa
Mehr lesen über