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IOC-Präsident Bach: Jurist, Funktionär, Olympiasieger

Foto: FABRICE COFFRINI/ AFP

Wahl in Buenos Aires Thomas Bach wird neuer Präsident des IOC

Ein Deutscher wird mächtigster Mann im Weltsport: Thomas Bach ist zum neuen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees gewählt worden. Bei der Abstimmung in Buenos Aires siegte der 59-Jährige im zweiten Wahlgang.

Hamburg - Thomas Bach ist neuer Präsident des Internationalen Olympischen Komitees. Das ergab die Wahl der 125. IOC-Session im argentinischen Buenos Aires. Der scheidende Vorgänger Jacques Rogge verkündete am Abend, dass sich der Deutsche gegen seine fünf Gegenkandidaten durchgesetzt hat.

Der 59-Jährige, der als klarer Favorit galt, gewann im zweiten Wahlgang. Bach holte 49 Stimmen und landete damit vor Richard Carrion aus Puerto Rico (29), Ser Miang Ng aus Singapur (6), dem Schweizer Denis Oswald (5) und Sergej Bubka aus der Ukraine (4). Wu Ching-Kuo aus Taiwan war bereits in der ersten Wahlrunde ausgeschieden.

"Ich möchte allen meinen Freunden und Kollegen danken, die für mich gestimmt haben", sagte Bach nach der Entscheidung: "Mir ist die große Verantwortung des Amtes bewusst." Es mache ihn demütig.

Bach stand seit 2006 dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) vor, von 2000 bis 2004 und abermals seit 2006 bekleidete er das Amt des IOC-Vizepräsidenten. Mit der deutschen Fechtmannschaft gewann der Tauberbischofsheimer 1976 olympisches Gold im Florettfechten, im selben Jahr und 1977 wurde er Weltmeister.

"Meine Tür, meine Ohren und mein Herz sind immer offen"

Bach ist der erste deutsche IOC-Präsident. Er tritt die Nachfolge des Belgiers Rogge an, der nach zwölf Jahren aus dem Amt scheidet. Bach wurde für acht Jahre gewählt mit einer Chance auf weitere vier Jahre. "Ich werde mein Allerbestes tun", sagte Bach: "Ihr müsst wissen, meine Tür, meine Ohren und mein Herz sind immer offen."

Die Wahl von Bach hat auch Auswirkungen auf den deutschen Sport. "Verabredet ist, dass er bei der nächsten Präsidiumssitzung am 17. September in Frankfurt am Main als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zurücktreten wird", sagte DOSB-Vize Hans-Peter Krämer.

Laut DOSB-Satzung wird Krämer die Geschäfte des Präsidenten stellvertretend übernehmen, und zwar mindestens bis zur Mitgliederversammlung des Dachverbandes am 6./7. Dezember in Wiesbaden.

IOC-Präsidentenwahl

93 IOC-Mitglieder haben die Wahl des neunten IOC-Präsidenten entschieden. Von den 103 IOC-Mitgliedern (Stand 10. September) hatten Mounir Sabet (Ägypten), Saku Koivu (Finnland) und Patrick Chamunda (Sambia) in Buenos Aires gefehlt.

Präsident Jacques Rogge entschied, nicht mit abzustimmen. Zudem sind laut IOC-Statuten die Landsleute der Bewerber um das Präsidentenamt nicht stimmberechtigt.

Dies traf auf die sechs IOC-Mitglieder Claudia Bokel (Leverkusen), Joseph Blatter, Patrick Baumann, Gian-Franco Kasper, Rene Fasel (alle Schweiz) und Waleri Borsow (Ukraine) zu.

Die am Dienstag neu ins IOC aufgenommenen Mitglieder durften ebenfalls nicht mit abstimmen, da sie zum Zeitpunkt der Wahl noch nicht vereidigt waren.

Quelle: dpa

psk/bka
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