Tiefschlag Klitschkos kündigen Promoter Kohl

Der Konflikt zwischen den Schwergewichtsboxern Witalij und Wladimir Klitschko und ihrem Hamburger Promoter Klaus-Peter Kohl geht in die nächste Runde. Weil sie ihre Interessen durch Kohl nicht mehr ausreichend vertreten sehen, haben die Ukrainer Kohl die Kündigung geschickt.


Hamburg - "Den Brief haben wir bereits vor einigen Tagen bekommen. Allerdings ist das juristisch derzeit nicht von Belang, da wir uns ja immer noch in einem schwebenden Verfahren befinden", sagte heute Christoph Rybarczyk, Sprecher des von Kohl geführten Universum Boxstalls.

Bild aus glücklichen Tagen: Kohl und Weltmeister Witalij Klitschko (r.)
DPA

Bild aus glücklichen Tagen: Kohl und Weltmeister Witalij Klitschko (r.)

Hintergrund der Kündigung ist unter anderem eine Schutzsperre gegen Wladimir Klitschko, die der Bund Deutscher Berufsboxer nach der Niederlage des 28-Jährigen im WM-Kampf am 10. April gegen Lamon Brewster verhängt hat. Diese gilt bis zum 10. Oktober und würde damit die Pläne des Ex-Weltmeisters, schon im September ein Comeback zu geben, zunichte machen. Die Klitschko-Brüder erwägen nun, eine ausländische Box-Lizenz zu beantragen. Damit könnte Wladimir die Sperre umgehen.

Die Ukrainer sehen ihre Interessen von Kohl offenbar nicht ausreichend vertreten. "Ich habe den Eindruck, dass das Tischtuch zwischen beiden Parteien zerschnitten ist", sagte Klitschko-Rechtsanwalt Sebastian Cording. Kohl wiederum sieht den Anwalt seiner beiden Schützlinge als Antreiber hinter dem Streit: "Die beiden sind offenbar schlecht beraten." Zuletzt hatte es so ausgesehen, als ob der Rechtsstreit "Klitschkos gegen Kohl" einvernehmlich beigelegt werden könnte.

Das Hamburger Landgericht hatte Mitte April festgestellt, dass die vertragliche Bindung, nicht wie von den Klitschkos behauptet, am 30. April endet. In den Promoterverträgen steht eine Klausel, nach der sich die Laufzeit der Kontrakte um die Dauer von Verletzungen verlängert. Nach Auffassung von Kohl endet der Vertrag mit Witalij Klitschko deshalb erst am 30. Mai 2005, der mit Wladimir Klitschko bedingt durch die Schutzsperre am 22. Februar 2005. Ein Urteil des Hamburger Landgerichts wird erst nach Beendigung der Beweisaufnahme ergehen.



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