Tischtennis Boll feiert fünften EM-Titel

Klarer Finalerfolg gegen Patrick Baum: Tischtennisspieler Timo Boll ist in Danzig zum fünften Mal Europameister geworden. Bei den Frauen gewann die Deutsche Irene Ivancan Silber, der Titel ging an die Niederländerin Li Jiao.

Tischtennis-Profi Boll: Fünfter EM-Titel
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Tischtennis-Profi Boll: Fünfter EM-Titel


Hamburg - Titelverteidiger Timo Boll hat seinen Siegeszug bei Tischtennis-Europameisterschaften fortgesetzt. Mit einem 4:1-Erfolg gegen seinen Düsseldorfer Clubkollegen Patrick Baum gewann der 30-Jährige in Danzig seinen fünften EM-Titel im Einzel. "Wenn der Gegner nicht locker lässt, lasse ich auch nicht locker. Ich habe mich von Tag zu Tag gesteigert", sagte Boll. "Timo war sehr dominant. Er orientiert sich an den Chinesen und deren Schlagstärke", so Bundestrainer Jörg Roßkopf.

Es war das 15. EM-Gold insgesamt für den Top-Favoriten und Rekord-Europameister, der in der Neuauflage des Endspiels von 2010 keine Überraschung zuließ.

Neben Baum holte auch Irene Ivancan eine Silbermedaille. Die 28-Jährige verlor im Endspiel der Damen gegen die Weltranglisten-15. Li Jiao aus den Niederlanden knapp 3:4. "Ich bin überhaupt nicht traurig, sondern einfach nur glücklich. Mich wurmt angesichts der 3:2-Führung nur, wie ich verloren habe", sagte Ivancan. In den Team-Wettbewerben hatten zuvor die DTTB-Herren ihren fünften Sieg in Serie eingefahren.

Mit zusammen zweimal Gold und zwei Silber-Plaketten erzielten die Spieler des Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) eine gute Leistung - und scheinen gerüstet für die Team-WM 2012 in Dortmund und das Olympia-Turnier in London. "Die Bilanz ist gut, wir konzentrieren uns aber auf das Weltniveau", sagte DTTB-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig.

Unterdessen hat der europäische Verband Ettu den DTTB beauftragt, ein Standardkonzept für Europameisterschaften zu entwickeln. "Wir wollen nicht nur mosern, sondern auch konkrete Vorschläge unterbreiten. Dann sehen wir mal, wie sie umgesetzt werden", sagte DTTB-Präsident Weikert, der die Ettu zuvor heftig kritisiert hatte. "Organisatorisch waren wir mehr an 1962 dran. Das entspricht leider den Fakten", sagte der Jurist. Weikert nahm dabei die polnischen Veranstalter in Schutz und richtete seine Worte explizit an den Kontinentalverband. Ihn störte zum Beispiel, dass während des Team-Halbfinals eine Siegerehrung stattfindet und an diversen anderen Tischen gespielt wurde.

leh/dapd/dpa



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