Tischtennis-Boykott Chinesen sorgen bei Heimturnier für Eklat

Bei den China Open stehen mit Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov zwei deutsche Spieler im Finale. Dabei profitierte das Duo auch von dem Rückzug der chinesischen Tischtennis-Elite.

Fan Zhendong
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Fan Zhendong


Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov haben das deutsche Tischtennis-Endspiel bei den China Open in Chengdu perfekt gemacht. Rekord-Europameister Boll besiegte im Halbfinale den erst 13-jährigen Tomokazu Harimoto 4:1.

Für einen Eklat hatte am Tag zuvor die chinesische Tischtennis-Elite gesorgt: Ma Long, Fan Zhendong und Xu Xin, die drei besten Spieler der Welt, traten als Zeichen gegen die Absetzung ihres Nationaltrainers Liu Guoliang nicht zu den Achtelfinals an.

Der Protest wird für das Trio ein Nachspiel haben - das Sportministerium hat eine Untersuchung des Eklats eingeleitet. "Sie haben ihr Berufsethos und den Nationalstolz ignoriert und sich respektlos gegenüber dem Publikum und den Gegnern verhalten", hieß es in einer Mitteilung. Der chinesische Tischtennis-Verband wurde angewiesen, den Vorfall aufzuklären.

Liu Guoliang hatte die chinesische Nationalmannschaft 2013 übernommen. 1996 wurde er zweifacher Olympiasieger, im Halbfinale des Einzels schlug er den heutigen Bundestrainer Jörg Roßkopf, der später Bronze gewann. Erstmals seit 2006 wird damit kein Chinese die China Open gewinnen.

bam/sid



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