Tischtennis-Star Boll regt GPS-Ortung durch Dopingfahnder an

Das wäre der Schritt zum gläsernen Athleten: Deutschlands Tischtennis-Star Timo Boll will die Meldepraxis für Sportler ändern lassen. Er kann sich vorstellen, dass Dopingermittler künftig den Aufenthaltsort der Athleten per GPS überwachen.
Tischtennis-Star Boll: "Geht mir nicht so um die Privatsphäre"

Tischtennis-Star Boll: "Geht mir nicht so um die Privatsphäre"

Foto: Kimimasa Mayama/ dpa

Hamburg - Tischtennis-Star Timo Boll hat mit einem ungewöhnlichen Vorstoß die Diskussion um die Dopingbekämpfung im Spitzensport befeuert. Der Rekord-Europameister schlug in der "Sport Bild" vor, dass Fahnder der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) die zu überprüfenden Sportler per GPS orten könnten. "Mit einem Smartphone ist jeder Standort ermittelbar. Eine solche GPS-Ortung wäre für mich die bessere Lösung. Ich hätte damit kein Problem", sagte der 33-jährige Profi.

Boll, der derzeit bei der Team-EM in Lissabon aufschlägt, kritisierte das bestehende Meldesystem. Es verlangt, dass Top-Athleten ihre regelmäßigen Termine drei Monate im Voraus angeben sollen. "Das ist bei mir nicht möglich, weil ich fast nur unterwegs bin. Es kann halt einfach mal passieren, dass man das Aktualisieren vergisst", so der Weltranglistenneunte.

"Aber man muss Angst haben vor den bürokratischen Hürden, durch die Vergesslichkeit dazu führen kann, dass man einen Missed Test bekommt und in der Wahrnehmung mit einem Dopingtäter gleichgesetzt wird. Das kann nicht richtig sein", bemängelte Boll.

Mit der Kritik am Meldesystem steht der frühere WM-Dritte nicht allein. Eine GPS-Ortung dürfte allerdings Datenschützer auf den Plan rufen. "Mir geht es da gar nicht so um die Wahrung der Privatsphäre", erklärte Boll zu seinem Vorschlag.

aha/sid