Tischtennis Boll wird älteste Nummer eins der Welt

21 Jahre alt war Timo Boll, als er sich erstmals an die Spitze der Tischtennis-Weltrangliste setzte. 15 Jahre später ist er erneut ganz oben - und kritisiert zugleich den neuen Modus. 
Timo Boll

Timo Boll

Foto: Rolf Vennenbernd/ dpa

Timo Boll ist zum vierten Mal die Nummer eins der Tischtennis-Weltrangliste. Nach seinem sechsten Triumph beim Europe Top 16 in Montreux Anfang Februar kletterte der Rekordeuropameister von Rang drei auf eins und ist damit der älteste Weltranglistenerste der Geschichte.

Es ist zudem die erste deutsche Wachablösung an der Spitze der Weltrangliste. Dimitrij Ovtcharov, der im Dezember Chinas Olympiasieger Ma Long von Platz eins verdrängt hatte, wird im neuen Ranking an Position drei geführt.

"Ich glaubte zunächst an einen Scherz"

"Als Dima vor wenigen Tagen zu mir kam und meinte, ich sei im März wieder die Nummer eins der Weltrangliste, glaubte ich zunächst an einen Scherz", schrieb Boll auf Facebook . "Es ist die Bestätigung für meine harte Arbeit der letzten Monate. Es ist auch eine Bestätigung für meine Konstanz, da ich vor 15 Jahren erstmals die Nummer eins war und nun wenige Tage vor meinem 37. Geburtstag sicher auch die älteste Nummer eins aller Zeiten bin."

Boll löst den Schweden Jan-Ove Waldner als älteste Nummer eins ab. Der Olympiasieger von 1992 hatte im Oktober 1997 im Alter von 31 Jahren die Spitze im Ranking übernommen.

"Das neue System gönnt dir keine Pause"

Erstmals war Boll im Januar 2003 die Nummer eins geworden und hatte die Position im Sommer des gleichen Jahres nochmals für zwei Monate eingenommen. Im März 2011 hatte er sich erneut an die Spitze des Rankings gesetzt.

Trotz seiner erneuten Führung kritisiert Boll das 2017 neu eingeführte Weltranglistensystem, das Vielspieler begünstigen und Vereinsspieler mit vielen Terminen abseits der internationalen Tour benachteiligen würde. "Ich glaube weiterhin, dass Ma Long, Fan Zhendong oder Dimitrij Ovtcharov die Besten sind, auch wenn der Computer etwas anderes meint", schrieb Boll. "Fakt ist: Das neue System gönnt dir keine Pausen und entschuldigt keine Verletzungen. Man muss viel spielen."

sak/sid

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