Im Alter von 37 Jahren Timo Boll ist der älteste Europameister der Geschichte

Großer Erfolg nach langer Abstinenz: Timo Boll hat sich zum ersten Mal seit 2012 den EM-Titel im Einzel gesichert. Nicht der einzige Triumph des Deutschen Tischtennis-Bundes in Alicante.

Timo Boll
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Timo Boll


Timo Boll hat bei der Tischtennis-EM in Alicante durch seinen Erfolg im Einzel einen Altersrekord in der 60-jährigen Historie der Titelkämpfe aufgestellt. Mit 37 Jahren ist der nunmehr siebenmalige EM-Champion der älteste Einzel-Europameister der Geschichte. Vor Boll war der Engländer John Hilton mit seinen 32 Jahren beim Titelgewinn 1980 in Bern der älteste Einzel-Champion.

Zwei bereits vor Alicante eigene Rekorde baute Boll in Spanien außerdem weiter aus. Sein 4:1-Finalsieg gegen den Rumänen Ovidiu Ionescu bedeutete für den Weltranglistenvierten das insgesamt 18. EM-Gold (sechs weitere mit der Mannschaft und fünf im Doppel). Bis 2010 war Schwedens Idol Jan-Ove Waldner mit insgesamt elf Titeln der erfolgreichste EM-Spieler gewesen.

DTTB kehrt als Gewinner der Nationenwertung aus Spanien zurück

Sein Gold in Alicante ist für Boll zudem die achte Medaille in Folge bei einem EM-Einzelturnier. Nach seinem Achtelfinal-Aus 2005 in Aarhus hatte der frühere Weltranglistenerste bei allen folgenden EM-Turnieren außer bei den wegen Verletzungen verpassten 2013 und 2015 im Einzel auf dem Podest gestanden. Der zweitkonstanteste EM-Spieler ist der Weißrusse Wladimir Samsonow mit vier EM-Einzelmedaille in Serie (2003 bis 2008).

Boll, der 2008 olympisches Silber mit der Mannschaft gewann, gehört seit über 15 Jahren zur Weltspitze seines Sports. 2002 gelang ihm erstmals der Sprung unter die Top 10, seither ist er Deutschlands bekanntester Tischtennis-Spieler. Gemeinsam mit seinem Landsmann Dimitri Ovtcharov sammelte er zahlreiche Titel.

Boll bescherte dem Deutschen Tischtennis-Bund zudem eine Rekordbilanz in der 60-jährigen EM-Geschichte: Erstmals holte der DTTB drei Goldmedaillen in den fünf Einzelwettbewerben. Vor Bolls Sieg über Ionescu hatten das Mixed Ruwen Filus/Han Ying und das Damen-Doppel Kristin Lang/Nina Mittelham gewonnen. Mit zusätzlich vier Bronzemedaillen kehrt der DTTB als Gewinner der Nationenwertung aus Spanien zurück.

bam/sid



insgesamt 5 Beiträge
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kleine_katze 23.09.2018
1. Wunderbar
Den größten Respekt für diese außerordentliche Leistung! Vermutlich schon was für die Ewigkeit. Nicht nur an das Vorbild Boll, auch an die große Leistung der Nationalmannschaft!
Ignorant00 23.09.2018
2. Gratuliere!
Boll ist ein toller, fairer und sympathischer Sportsmann! Im Gegensatz zu den dopenden oder millionen scheffelnden Protagonisten anderer Sportarten: Immer fair (Schiedsrichterentschdeidung zu seinen Ungusten korrigiert), immer loyal (zu seinen Teamkollegen), immer offen anderen Kulturen gegenüber und so weiter! Ein Vorbild!
alpinschussel 23.09.2018
3. Tolle Reflexe
Konnte das Finale im Livestream sehen. Mit unglaublichen Reflexen hat Boll Winner-Schläge des Rumänen zurück gebracht und ihm so den Zahn gezogen. Erstaunlich dass es gerade im Tischtennis - einer der schnellsten Sportarten - möglich ist im "fortgerückten Sportleralter" Weltklasse zu bleiben.
rwt69 23.09.2018
4. Toller Timo !
Ich würde ihm von Herzen wünschen, einmal Sportler des Jahres zu werden, wenn er es nicht verdient, wer dann ?
anselmi 23.09.2018
5.
Ein Ausnahmesportler, vor dem sogar die Chinesen großen Respekt haben. Und i Gegensatz zu Matthäus, Ullrich und Becker ein echtes Vorbild.
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