Tischtennis-WM Boll stark, Roßkopf schwach

Dank Timo Boll haben die deutschen Tischtennis-Herren weiter beste Aussichten, bei der WM in Bremen das Viertelfinale zu erreichen. Mannschaftskollege Jörg Roßkopf kommt dagegen nicht in Form. Die deutschen Damen müssen um den Einzug in die nächste Runde zittern.


Bremen - Beim 3:2-Arbeitssieg gegen Tschechien punktete Boll erneut doppelt. Die DTTB-Damen verloren dagegen am zweiten WM-Tag ihre erste Partie. Nach einem 3:1-Sieg gegen Italien verlor das Team um Nicole Struse am Dienstagabend gegen Österreich 0:3. Damit müssen die Damen um die Qualifikation für das Achtelfinale bangen.

Routinier Roßkopf: "Nicht in Form"
DDP

Routinier Roßkopf: "Nicht in Form"

Wie am Vortag beim 3:1 gegen Norwegen überzeugte bei den Herren neben Boll auch Christian Süß. Der 20-Jährige holte beim Stand von 2:2 den Siegpunkt gegen Antonin Gavlas. Sein erstes Spiel gegen Petr Korbel hatte Süß noch 1:3 verloren. "Ein knappes Spiel ist besser als ein glatter Sieg. Jetzt sind wir richtig im Turnier drin", sagte Boll.

Ausgerechnet Routinier Roßkopf kommt bei seiner 14. WM dagegen nicht in Tritt. Der 36 Jahre alte Rekordnationalspieler kassierte gegen Richard Vyborni seine zweite Niederlage im Turnier. Ihm droht gegen Polen am Mittwoch die Ersatzbank. Roßkopf reagierte nach seiner Niederlage gelassen: "Natürlich bin ich enttäuscht und spiele auch nicht in der Form, die ich mir eigentlich erhofft hatte. Aber ich habe auch kein Problem damit, mich auf die Bank zu setzen, wenn die Trainer es für sinnvoll halten."

Die DTTB-Trainer stellten sich hinter Roßkopf. "Man lässt einen Spieler auch nach zwei Niederlagen nicht fallen", sagte DTTB-Cheftrainer Dirk Schimmelpfennig, verwies allerdings auch auf die Kriterien für die Nominierung für das nächste Spiel am Mittwoch (19 Uhr) gegen Polen: "Es geht um taktische Erwägungen und die aktuelle Form oder auch darum, wie ein Spieler seine Form im Spiel umsetzt."

Unterstützung bekam er von Herren-Coach Richard Prause. "Wir sollten jetzt alle ganz ruhig bleiben. Jörg kann bei dieser WM noch ein ganz entscheidender Mann werden", so Prause. Auch Boll stärkte seinem Clubkollegen den Rücken: "Er wird an diesen Niederlagen nicht zerbrechen, auch weil ja eigentlich gar nichts passiert ist."

Roßkopfs Niederlage hatte aus Sicht des 25-Jährigen sogar auch etwas Gutes: "So ein 3:2 ist besser als noch ein Sieg ohne Probleme, weil wir bestimmt noch ein paar heiße Kämpfe zu bestehen haben."

Bei den Damen verloren nach der knappen Fünf-Satz-Niederlage von Nicole Struse im Eröffnungsmatch gegen Österreich auch auch Wu Jiaduo und Elke Wosik ihre Einzel. "Unser Ziel ist mindestens Platz drei in der Gruppe. Den können wir gegen Südkorea und Australien noch immer erreichen", sagte Damen-Bundestrainer Jörg Bitzigeio.

pav/dpa/sid



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.