Tischtennis-Wunderkind Harimoto "Das ist schon ein bisschen krank"

Der 36-jährige Timo Boll steht im Achtelfinale der WM - wieder einmal. Für Furore sorgt in Düsseldorf aber vor allem ein Spieler, der bei Bolls erstem EM-Titel 2002 noch nicht einmal auf der Welt war.
Timo Boll

Timo Boll

Foto: Maja Hitij/ Bongarts/Getty Images

Rekord-Europameister Timo Boll hat bei den Tischtennis-Weltmeisterschaften das Achtelfinale des Herreneinzels erreicht. Der 36-Jährige setzte sich in fünf Sätzen gegen den Südkoreaner Woojin Jang 11:9, 8:11, 12:10, 11:8, 11:5 durch.

"Die Jungs wollen mich alle ärgern, aber ich versuche, dagegenzuhalten", sagte Boll nach seinem Erfolg. Nächster Gegner von Boll, der in Düsseldorf seine bereits 17. WM bestreitet, ist entweder Marcos Freitas aus Portugal oder der Franzose Tristan Flore."Es war schwer, Jangs Aufschläge waren sehr knifflig. Jetzt kommen nur noch schwere Gegner, aber wenn ich weiter so gut spiele, kann ich beide schlagen, aber ich muss dafür sicher ans Limit gehen."

Die beiden anderen verbliebenen Deutschen im Herreneinzel, der an Nummer fünf gesetzte Dimitrij Ovtcharov und Ruwen Filus (Nummer 26 der Setzliste), bestreiten ihre Drittrundenbegegnungen am Freitagabend.

"Jahrhunderttalent" Harimoto ebenfalls unter den letzten 16

Für Furore sorgt weiter das japanische Tischtennis-Wunderkind Tomokazu Harimoto, geboren am 27. Juni 2003. Auch der 13-Jährige hat in Düsseldorf das Achtelfinale erreicht. Einen Tag nach seinem spektakulären Sieg gegen den Weltranglisten-Sechsten Jun Mizutani aus Japan besiegte der Junioren-Weltmeister auch Cheng-Ting Liao aus Taiwan 11:7, 12:10, 11:8, 12:10.

Tomokazu Harimoto

Tomokazu Harimoto

Foto: Maja Hitij/ Bongarts/Getty Images

"Das ist schon ein bisschen krank", sagte der 22 Jahre ältere Boll mit Blick auf den Teenager, der aktuell die WM aufmischt. "Vor allem körperlich hätte ich gedacht, es wäre nicht möglich, in dem Alter auf absolutem Weltniveau zu spielen", so der ehemalige Weltranglistenerste. Harimoto selbst beeindruckt der Trubel um seine Leistungen wenig: "Im Tischtennis hat das Alter nichts zu sagen. Ich will einfach nur mein Spiel spielen und von Beginn an angreifen. Und im nächsten Spiel mache ich dann wieder genau dasselbe."

Anders als bei Olympischen Spielen gibt es bei Tischtennis-Weltmeisterschaften keine Altersbegrenzung. Kritiker befürchten allerdings, ein Kind wie Harimoto werde dadurch verheizt. Richard Prause, der Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes, kann diesen Einwand nicht nachvollziehen. "Wenn die Jungs den Sport mit Spaß und Ehrgeiz betreiben und schon das Level für Herrensport erreicht haben, ist es völlig okay, mitzuspielen", sagte er der "Rheinischen Post".

chh/dpa/sid

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