Schach Anand verteidigt Weltmeistertitel

Der alte ist auch der neue Champion: Viswanathan Anand hat seinen Titel als Schachweltmeister verteidigt. Der Inder besiegte Boris Gelfand im Schnellschach, nachdem es nach den regulären Runden unentschieden gestanden hatte. Anand erhält 1,4 Millionen US-Dollar Preisgeld.
Schachweltmeister Anand: "Mein Sieg war etwas glücklich"

Schachweltmeister Anand: "Mein Sieg war etwas glücklich"

Foto: Misha Japaridze/ AP

Hamburg - Viswanathan Anand aus Indien hat erneut die Schachweltmeisterschaft gewonnen. Der Titelverteidiger setzte sich im Duell gegen Herausforderer Boris Gelfand aus Israel 2,5:1,5 im Tiebreak durch. Bei den vier Schnellschach-Partien wurde mit 25 Minuten Bedenkzeit und 10 Sekunden Zeitgutschrift pro Zug gespielt. Nach zwölf regulären Runden hatte es zwischen den beiden Großmeistern 6:6 gestanden. Der 42 Jahre alte Anand verteidigte damit zum dritten Mal den WM-Titel, den er 2007 bei einem Turnier in Mexiko gewonnen hatte.

"Es war sehr eng und die Anspannung riesig. Jetzt bin ich erleichtert, mein Sieg war jedoch etwas glücklich", sagte Anand: "Am Ende war es vor allem eine Sache der Nerven."

Im Stechen des hartumkämpften Zweikampfs in der Moskauer Tretjakow-Galerie spielte Anand seine große Erfahrung im Schnellschach aus. Der Bundesligaspieler der OSG Baden-Baden gilt als weltbester Spezialist in dieser Variante. Er zwang in der zweiten Partie mit Weiß seinen ein Jahr älteren Gegner nach 77 Zügen zur Aufgabe. Die drei anderen Partien endeten jeweils mit einem Remis, wobei Gelfand trotz großer Bemühungen seine Chancen mit den weißen Figuren nicht nutzen konnte. "Im letzten Spiel reichte die Zeit einfach nicht, um die besten Züge aufs Brett zu bekommen", so Gelfand.

Alle vier Spiele mit verkürzter Bedenkzeit verliefen turbulent und boten mehr Spannung als die meisten der regulären Partien des Matches. Zehn der zwölf Spiele waren mit einem Remis geendet, den Überraschungssieg von Gelfand in der siebten Runde konterte Anand mit einem Erfolg im achten Durchgang.

Trotz seines letztlich verdienten WM-Sieges wirkte Anand nicht so stark wie etwa 2008 bei seinem Erfolg gegen Wladimir Kramnik aus Russland in Bonn. Der Inder, der 2000 schon einmal Champion war, rettete sich dank seiner Routine ins Ziel. Für seine Leistung erhält der Inder ein Preisgeld von 1,4 Millionen US-Dollar. Gelfand erhält 1,15 Millionen US-Dollar.

leh/dpa
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