Olympia 2020 Fackellauf beginnt in Fukushima

Die olympische Fackel wird im kommenden Jahr durch 857 Gemeinden Japans getragen. Start des Laufes soll jene Region sein, in der es vor acht Jahren zum GAU kam. Auch Hiroshima steht auf der Reiseroute.

Behrouz MEHRI / AFP

Der Fackellauf der Olympischen Spiele in Tokio beginnt am 26. März 2020 in der Region Fukushima und wird durch alle 47 japanischen Präfekturen führen. Ihre Reise durch Japan startet die Olympische Flamme im Sportzentrum J-Village. Dort waren nach der durch ein Erdbeben und den daraus resultierenden Tsunami ausgelösten Reaktorkatastrophe Arbeiter untergebracht, die im betroffenen Atomkraftwerk radioaktive Abfälle beseitigten.

Die Organisatoren haben die Spiele im kommenden Jahr (24. Juli bis 9. August) als "Spiele des Wiederaufbaus" bezeichnet. Auch die Olympische Fackel selbst steht ganz im Zeichen der Katastrophe vom März 2011. Verwendet wurde bei der Herstellung der 71 Zentimeter langen und 1,2 Kilogramm schweren Fackel Aluminiumabfall, der nach der Katastrophe zur Errichtung vorübergehender Unterkünfte gedient hatte.

Insgesamt werden bei dem Fackellauf an 121 Tagen 857 Gemeinden besucht. Rund 98 Prozent der japanischen Bevölkerung sollen innerhalb einer Auto- oder Zugstunde von der geplanten Route leben. Zudem wird die Flamme eine Reihe von Sehenswürdigkeiten wie den Berg Fuji besuchen. Auch der Friedenspark in Hiroshima, Gedenkstätte für die Opfer des Atombombenabwurfs 1945, steht auf der Reiseroute.

sak/sid



insgesamt 5 Beiträge
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m.klagge 01.06.2019
1. Die Clique der bestechlichen Politikern
und freigiebigen Kapitalisten, in Japan als "Atomdorf" bekannt, hat das Land fest im Griff. Bei der Glorifizierung des nuklearen Wahnsinns scheuen alle Bewohner des Atomdorfs vor keiner Peinlichkeit zurück. Und weil die feinen Damen und Herren Sportfunktionäre aller Länder und Sportarten nicht all zu oft die Hände aufhalten können nehmen sie jede noch so irrwitzige Bestechung gerne an. Alles ist gut.
claude 01.06.2019
2. Opfer
Ganz toll, gegen Atomwaffen, zum Gedenken der Opfer, aber null Gespür für die Schuld Japans, an Gräueln des 2ten Weltkriegs. Japan, Verfechter des Kampfes gegen Atomwaffen, Hort des Friedens und Opfer der furchtbaren Atombombe. Schizophrener als in der Gedenkstätte von Hiroshima kann man den Folgen der Atombombe nicht Gedenken. Wiederum muss jetzt Hiroshima herhalten, anlässlich der Olympiade, dieses Narrativ fortzuführen.
M. Vikings 01.06.2019
3. Mit welchem Ziel, startet der Lauf in der Region Fukushima?
Als Mahnung oder als Beweis, dass die Kathastrophe von Fukushima nicht so schlimm ist? Ich würde mich in der Region Fukushima nicht als Fackelträger beteiligen. Im Fall von Hiroshima sind beide Fragen eindeutig beantwortet, und die Einwohner und die Weltbevölkerung haben das verinnerlicht, es kann nur als Mahnung aufgefasst werden.
Now Rob 01.06.2019
4. In Gedenken
an was nochmal? Die glorifizierte Atomkatastrophe. Acht Jahre sind für eine radioaktive Halbwertzeit ein bisschen wenig. Alles muss aber immer innerhalb einer Generation passieren, natürlich auch die vollkommene Befreiung von Strahlung, die hunderttausende Jahre anhält und sich dabei durch Anreicherung potenziert. Sie nimmt ja nicht ab, sie verteilt sich in der Atmosphäre, im Wasser, an Land und wird immer stärker. Und von dort laufen sie also los. Die Taschen voller Jodtabletten. Klasse Zug auch durch Hiroshima. Der verlorene Krieg der Faschisten. Als würde man hier von Dresden aus loslaufen. Oder von Chernobyl nach La Hague. Im Gedenken an akute Strahlenkrankheit, Krebs, missbildete Kinder und unbewohnbare Gebiete. Und in stillem Gedenken an den vollkommen zu Unrecht gefeierten Albert Einstein. Ein Massenmörder aus der deutschen Hölle. Lasst die Spiele beginnen.
calinda.b 01.06.2019
5. Sauber
Da braucht man die Fackel gar nicht erst anzuzünden, die leuchtet auch so im Dunkeln.
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