Sturz auf der ersten Etappe Martin setzt Tour trotz Handbruch fort

Er macht weiter - zumindest vorerst. Der deutsche Radprofi Tony Martin wird trotz eines Handbruchs weiter an der Tour de France teilnehmen. Die Fraktur hatte er sich bei einem Sturz auf der ersten Etappe zugezogen. Martins Problem: Er darf nur wenige Schmerzmittel nehmen.

Radprofi Martin: "Wir schauen von Tag zu Tag"
AFP

Radprofi Martin: "Wir schauen von Tag zu Tag"


Hamburg - Tony Martin hat sich bei seinem Sturz auf der ersten Etappe der Tour de France das Kahnbein in der linken Hand gebrochen. Das berichtete Helge Riepenhof, Arzt von Martins Team Omega Pharma-Quickstep, am Montagmorgen. Dennoch werde er zur zweiten Etappe in Belgien von Visé nach Tournai mit einer Spezialmanschette an den Start gehen, so der Mediziner.

"Es ist ein Versuch, er wird aber große Schmerzen haben", sagte Riepenhof: "Tonys großes Ziel ist das Zeitfahren in Besançon in einer Woche." Um einen solchen Bruch komplett auszuheilen, seien laut Riepenhof zwölf Wochen nötig. Durch die Anti-Doping-Regeln ist auch der Einsatz von Schmerzmitteln nur eingeschränkt möglich. "Wir schauen von Tag zu Tag, wie es läuft", sagte Martins Manager Jörg Werner.

Martin war am Sonntag schon nach elf Kilometern gestürzt und auf den linken Arm gefallen, hatte den ersten Abschnitt der 99. Tour aber beenden können. "Ich hatte bei jedem Schlagloch Schmerzen, auch wenn ich aus dem Sattel gegangen bin", sagte Martin anschließend.

"Ich frage mich natürlich, warum das ausgerechnet mir passieren muss", klagte er. Nicht nur die Schmerzen belasten ihn, sondern auch die Gedanken an das Geschehene. "Jetzt will ich auf alle Fälle bis zum Zeitfahren am Montag durchhalten. Ich erhoffe mir dort eine Top- Platzierung. Auf dem Zeitfahrrad fährt man ja ruhiger.", sagte er.

Für den 27-Jährigen bedeutet die Verletzung zugleich ein Rückschlag in der Vorbereitung auf das Zeitfahren bei den Olympischen Spielen in London, das am 1. August ausgetragen wird. Die Goldmedaille in dieser Disziplin hat Martin weiterhin fest im Blick.

Bereits beim Tour-Prolog am Samstag war Martin vom Pech verfolgt, als er mit guten Aussichten auf den Sieg und das erste Gelbe Trikot seiner Karriere von einem Platten am Hinterreifen ausgebremst wurde.

ham/dpa/sid



insgesamt 406 Beiträge
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Seite 1
spon-facebook-10000298787 30.06.2012
1. Vorfreude
Ich freue mich schon riesieg auf die Tour. Aber ihr habt leider einige Favoriten außen vorgelassen wie z.B Samuel Sanchez, Robert Gesink oder Ivan Basso
hahewo 30.06.2012
2. Tour der Pharmazie
Diese Tour kann nur der gewinnen, der den besten Vertrag mit der Pharmaindustrie und deren Logistik hat. Das diesem Dopingspektakel immer noch soviel Raum in den Medien gegeben wird, ist schon verwunderlich.
Pollowitzer 30.06.2012
3. Zu einer Rummelveranstaltung verkommen
Dieser Sport ist leider schon lange nicht mehr ernst zu nehmen und er ist unglaubwürdig wie Rummelboxen - Wenn man sich das Alter einiger deutscher Teilnehmer ansieht dann geht automatisch die Dopingwarnlampe an - die pedalierenden Velogreise kommen doch ohne entsprechende Hilfsmittel weder über die Berge noch nach Paris. Die Aufmerksamkeit der Presse haben die nicht verdient - Ich glaube es wird garnichtmehr ernsthaft der Gebrauch von Doping kontrolliert - Brot und Spiele auf unterstem Niveau - leider!!!
Ostwestfale 30.06.2012
4. Zustimmung
Zitat von spon-facebook-10000298787Ich freue mich schon riesieg auf die Tour. Aber ihr habt leider einige Favoriten außen vorgelassen wie z.B Samuel Sanchez, Robert Gesink oder Ivan Basso
Ich freue mich auch, die drei Genannten zähle ich allerdings nicht zu den Favoriten, da diese Tour recht zeitfahrlastig ist und da sind Wiggins und Evans einfach zu stark, als dass ein Basso oder Sanchez das in den Bergen kompensieren könnte.Ich könnte mir deshalb sogar vorstellen, dass Klöden aufs Podium fährt. Wer die letzte Tour verfolgt hat, dem werden auch die tollen Entwicklungen nicht entgangen sein. Die Fahrer fahren endlich wieder wie "Menschen". Jeder Topfahrer hatte bei der letzten Tour einen schwachen Tag, was in einer dreiwöchigen Rundfahrt normal ist. Die Maximalwattzahlen, die die Fahrer in den Anstiegen treten sind stark zurückgegangen.Dass Jean-Christophe Peraud, Tourzehnter des vergangenen Jahres absolut sauber war gilt als ziemlich warscheinlich. Sein Blutbild war während der gesamten Tour öffentlich zugänglich und es gab keinerlei Auffälligkeiten.Aber so was ist natürlich keine Schlagzeile wert, denn Deutschland war noch nie ein Radsport-Land. Auch nicht zu Ullrichs Zeiten.Hier hat man sich noch nie für Details des interessiert. Völlig absurd finde ich, wenn in der Zusammenhang mit der Tour davon gesprochen sind, die Leistungen wören "übermenschlich" oder sonstwas. So nach dem Motto: Alles was ich nicht kann, kann auch kein Anderer. Da hat ein quasi nie im Training kontrollierter Usain Bolt nur 100 Meter läuft. Das kann ja jeder...
LuisCortez 30.06.2012
5.
Zitat von hahewoDiese Tour kann nur der gewinnen, der den besten Vertrag mit der Pharmaindustrie und deren Logistik hat. Das diesem Dopingspektakel immer noch soviel Raum in den Medien gegeben wird, ist schon verwunderlich.
So ist es. Sie haben die Situation erkannt. Ich als ehemaliger Roche Mitarbeiter kann bestätigen dass Roche um die 70 Mitarbeiter beschäftigt die sich um die besten Verträge und Logistik mit den "Sportlern" kümmert. Interessanterweise handelt es sich bei den Kunden nur um Radsportler. Was für ein Blödsinn!
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