Top-Verdiener 2008 Woods lässt Konkurrenz weit hinter sich

Ein Einfamilienhaus pro Tag: Golfer Tiger Woods ist laut einer Liste des Sport-Informations-Dienstes auch 2008 der mit Abstand bestverdienende Sportler der Welt. Ein weiterer Golfer landete auf Rang zwei, deutsche Athleten müssen weit bescheidener sein - trotz Goldmedaillen in Peking.


Hamburg - Dreieinhalb Jahre noch müsste Matthias Steiner Gewichte heben, dann hätte der Olympiasieger so viel verdient wie Tiger Woods an nur einem Tag. Während der stärkste Mann der Welt auf ein Jahreseinkommen von geschätzten 70.000 Euro kommt, kassiert der Golfer aus den USA ein Einfamilienhaus oder cirka 250.000 Euro pro Tag, knapp 7,5 Millionen Euro im Monat oder 91 Millionen Euro im Jahr.

Damit ist der Ausnahmekönner auch 2008 mit großem Abstand der Top-Verdiener im Weltsport und nähert sich unaufhaltsam seiner ersten Milliarde. Laut Wirtschaftsmagazin "Forbes" soll der 32-Jährige, der seit 1996 Profi ist, diese Marke 2010 erreichen. Problemlos konnte Tiger Woods im November den Verlust eines hochkarätigen Geldgebers verkraften. Der vor der Insolvenz stehende US-Autobauer General Motors kündigte ihm als langjähriger Partner.

Woods, der nach einer Knie-Operation seit Juni nicht mehr gespielt hat, droht 2009 womöglich erstmals ernsthafte Konkurrenz. Dem Briten Lewis Hamilton, im McLaren-Mercedes erster dunkelhäutiger und zugleich jüngster Formel-1-Weltmeister aller Zeiten, werden im kommenden Jahr gigantische Einnahmen von bis zu hundert Millionen Euro vorhergesagt.

Zum Vergleich: Der siebenmalige Champion Michael Schumacher hatte es in seinen besten Zeiten auf Jahreseinkünfte von bis zu 65 Millionen Euro gebracht. Damit wäre der Deutsche aber auch heute noch die Nummer zwei, denn hinter Tiger Woods folgt Phil Mickelson als weiterer Golfer mit einem Jahreseinkommen von 49,5 Millionen Euro. Nur knapp hinter dem zweimaligen Gewinner des U.S.-Masters ist der englische Fußballnationalspieler David Beckham Dritter. "Becks", ausgestattet mit einem 250 Millionen Dollar schweren Fünf-Jahres-Vertrag bei Los Angeles Galaxy, kommt als bestverdienender Fußballer aller Zeiten auf insgesamt rund 47,5 Millionen Euro.

Bescheidener fallen da die Einkommen der beiden Athleten aus, die bei Olympia in Peking die Sportwelt beschäftigten. Der achtfache Schwimm-Olympiasieger Michael Phelps kommt auf rund eine Million Euro pro Gold, der dreifache Sprint-Weltrekordler Usain Bolt knackte trotz seiner drei Fabelläufe von Peking nicht die Grenze von zwei Millionen Euro.

Nowitzki Deutschlands Top-Verdiener

Deutsche Top-Verdiener '08*

Dirk Nowitzki 14,5
Michael Ballack 10,0
Nick Heidfeld 9,0
Nico Rosberg 6,0
Miroslav Klose 4,0
Felix Sturm 3,8
Artur Abraham 3,5
Jochen Hecht 3,0
Bernhard Langer 2,5
Martin Kaymer 2,3
Nicolas Kiefer 1,3
Anni Friesinger 1,2
Magdalena Neuner 1,2
Fabian Hambüchen 0,9
Timo Boll 0,8
*laut sid, in Millionen Euro
Deutsche Sportler sind in der Spitzengruppe nicht vertreten. Nationaler Spitzenreiter ist Basketballer Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks mit rund 14,5 Millionen Euro. Einen zweistelligen Verdienst weist ansonsten nur noch Chelsea-Legionär Michael Ballack (zehn) auf, gefolgt von Formel-1-Fahrer Nick Heidfeld (neun).

Von solchen Summen dürfen deutsche Olympiasieger nur träumen. Die Rechnung "Gold gleich Geld" ging in vielen Fällen nicht auf. So lebt die Berliner BWL-Studentin Lena Schöneborn, Siegerin im Modernen Fünfkampf, von der Sporthilfe und der Hoffnung auf zumindest einen Sponsor. Sie hält sich unter anderem mit Foto-Shootings für einen Babybreihersteller und gelegentlichen Geben von Motivationskursen über Wasser.

"Ich bin halt keine Leichtathletik-Olympiasiegerin", sagt Schöneborn. Das Gegenbeispiel in Sachen Vermarktung liefert Magdalena Neuner, das Gesicht des Wintersports. Die überragende Biathletin hat dank vier Premium- und acht weiteren Sponsoren die Millionengrenze bereits geknackt.

fpf/sid



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