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24. April 2018, 12:29 Uhr

Torontos NHL-Team nach der Todesfahrt

Sinnloser Sieg

Kurz nach der Todesfahrt in Toronto musste die Eishockey-Mannschaft der Maple Leafs in den Playoffs antreten. Es wurde ein emotionaler Erfolg, der die Serie gegen Boston drehen könnte.

Es herrschte eine beängstigende Stille im Air Canada Centre von Toronto - das Playoff-Spiel der Maple Leafs gegen die Boston Bruins geriet zur Nebensache. Mit einer Schweigeminute gedachte der Eishockey-Klub aus der Provinz Ontario der Opfer der Todesfahrt, die nur Stunden zuvor nicht nur Toronto, sondern ganz Kanada erschüttert hatte.

Wenig später sangen die 19.604 Zuschauer die kanadische Nationalhymne, einigen Spielern standen Tränen in den Augen. "Ganz Toronto ist bei Euch", sagte der Hallensprecher in Richtung der Betroffenen. Am Ende eines emotionalen Abends gewann Toronto das Spiel 3:1. Damit steht es in der Serie 3:3 vor dem entscheidenden siebten Spiel am kommenden Mittwoch.

"Unsere Gedanken sind bei den Familien der Opfer, die heute ihr Leben verloren haben oder verletzt wurden", sagte Maple-Leafs-Trainer Mike Babcock. Dem kanadischen Idol, als Weltmeister 2004, Stanley-Cup-Sieger 2008 sowie Olympiasieger 2010 und 2014 einziger Trainer im "Triple-Gold-Club", war dabei die Fassungslosigkeit angesichts der schrecklichen Tat deutlich anzusehen. Kurz vor dem Spiel war ein Mann mit einem Lieferwagen absichtlich in eine Menschenmenge gefahren und hatte dabei mindestens zehn Personen getötet. 15 weitere wurden verletzt.

"Wir haben darüber gesprochen. Wir haben die ganze Zeit darüber gesprochen. Wir können nur unseren Job machen", sagte Babcock. "Das ist so sinnlos. Denken Sie an die zehn Familien heute Abend. Schrecklich..."

Beim Gegner Boston kamen nach dem schlimmen Vorfall Erinnerungen hoch: Vor fünf Jahren überschattete ein Anschlag den Boston-Marathon. Die Attentäter hatten im Zielbereich zwei Bomben gezündet und damit drei Menschen getötet sowie 264 weitere verletzt. Nur zwei Wochen später mussten die Bruins in der ersten Play-off-Runde antreten - gegen Toronto.

"Ich kann Ihnen garantieren, dass die Stadt Boston hinter Toronto steht. Unglücklicherweise mussten Boston und meine Teamkollegen 2013 die gleichen Dinge durchmachen", sagte der Bruins-Center und zweimalige Olympiasieger Patrice Bergeron in einer Botschaft an die Fans: "Meine Gedanken und Gebete sind bei den Betroffenen."

krä/sid

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