Verwirrung um das Gelbe Trikot Froome bleibt der Führende der Tour de France

Christopher Froome hatte eigentlich auf spektakuläre Weise das Gelbe Trikot verloren. Auf dem Weg zum Mont Ventoux stürzte er, joggte weiter und wurde von den Konkurrenten überholt. Doch die Tour-Jury entschied anders.

REUTERS

Christopher Froome bleibt nach dem Sturz am Ende der 12. Etappe nun doch Träger des Gelben Trikots. Das teilte die Rennleitung der 103. Tour de France mit und wertete nachträglich die Abstände zum Zeitpunkt des Unfalls. "Ich bin sehr erleichtert. Die Entscheidung der Kommissare ist korrekt. Ich danke der Organisation der Tour de France", sagte Froome.

Was war passiert?

An historischer Stelle auf dem Mont Ventoux hatte zunächst alles nach der nächsten Machtdemonstration von Froome ausgesehen. Doch kurz vor dem Ziel stürzte der große Favorit der 103. Tour de France auf dramatische Weise - und stand über eine Stunde als Sechster des Klassements in den Ergebnislisten der Tour de France. Froome hatte sein Gelbes Trikot angeblich an seinen Landsmann Adam Yates verloren.

Denn knapp anderthalb Kilometer vor dem Ziel musste ein Motorrad mit Kameramann im Zuschauergedränge scharf bremsen und der vor Froome fahrende Richie Porte fuhr auf das Motorrad auf. Froome und auch Bauke Mollema stürzten in der Folge ebenfalls.

Seine zuvor abgehängten größten Kontrahenten um den Kolumbianer Nairo Quintana konnten Froome in der Folge überholen, denn sein Rad war nicht mehr fahrtüchtig und so rannte der Brite zu Fuß den Berg hinauf Richtung Ziel. Es dauerte quälend lange Sekunden, ehe Froome ein Ersatzrad bekam, das er kurz vor dem Ziel noch mal wechseln musste.

Der Titelverteidiger verlor eigentlich viel Zeit auf Quintana und Yates, auch Mollema, Romain Bardet und Alejandro Valverde zogen im Gesamtklassement an Froome vorbei. Doch dann entschied die Jury, auf eine Regel zurückzugreifen, die eigentlich nicht für Bergetappen gilt. Stürzt ein Fahrer bis zu drei Kilometer vor dem Ziel, wird ihm im Nachhinein die Zeit der Gruppe angerechnet, in der er sich beim Sturz befand. In den Regeln werden Bergetappen und Zeitfahren explizit ausgeklammert. Das dürfte in den kommenden Tagen für große Diskussionen sorgen.

Gemäß den offiziellen Ergebnissen liegt Froome nun in der Gesamtwertung 47 Sekunden vor Yates. Weitere elf Sekunden zurück ist der Niederländer Bauke Mollema Dritter. Der Kolumbianer Nairo Quintana folt 1:01 Minuten zurück auf Platz vier.

Die Etappe gewann der belgische Radprofi Thomas De Gendt aus einer Ausreißergruppe heraus nach 178 Kilometer vor seinem Landsmann Serge Pauwels. Der heutige Teilabschnitt war wegen heftiger Sturmböen und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt auf dem Gipfel verkürzt worden.

krä/sid/dpa



insgesamt 91 Beiträge
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Lankoron 14.07.2016
1. Die fehlende Absicherung
ist ein absoluter Skandal. Das war kein normaler Rennsturz, sondern Fehler der Rennorganisation. Wenn das Ergebnis so bleibt, kann man die Tour gleich auswürfeln.
guergen 14.07.2016
2.
Falls das Klassement so bleibt, was sehr unfair wäre, bleibt Froome dennoch Favorit. Hat heute wieder gezeigt, dass er der Stärkste am Berg ist, Quintana scheint nicht ganz auf der Höhe zu sein. Wahrscheinlich hat Froome mit dem Hochlaufen sogar Sympathien gewonnen und dass die dösigen Movies vorher auf die Skys gewartet haben ist ja wohl deren schuld. Adam Yates macht einen sehr guten Job, würde mich nicht wundern, wenn wir den mittelfristig bei Sky sehen.
spigalli 14.07.2016
3. Ja, endlich wird die Tour de France wieder so spannend wie die Formel 1...
...auch die wird ja nicht durch die sportlichen Leistungen der Teilnehmer entschieden sondern durch deren Wettstreit und die Fähigkeit, die Rahmenbedingungen so zu manipulieren, dass man gewinnt. Wann stehen "Fans" an der Strecke und schießen die Fahrer mit Fußbällen vom Rad? Oder bleibt das ein Privileg der akkreditierten Teilnehmer, Funktionäre und Presse?
spon-1309986622190 14.07.2016
4. Sicher?
dass die Etappe nicht noch an der drei km Marke Neutralisiert wird? Ich war mir eig zimlich sicher dass das passiert, kann jetzt aber nirgends einen Hinweis darauf finden...
kugelsicher, 14.07.2016
5. fährt die Berge schneller rauf als Amstrong
Bei allem was wir mittlerweile über den Radsport wissen, kann ich mir nicht vorstellen, dass Froome wirklich sauber fährt. https://de.sports.yahoo.com/blogs/andreas-schulz/doping-sauberer-neuanfang-froome-120421796.html http://www.welt.de/sport/article144305455/Froome-leistungsstaerker-als-der-gedopte-Armstrong.html
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