Fünfte Etappe der Tour de France Froome fährt ins Gelbe Trikot

Titelverteidiger Christopher Froome hat erstmals bei der Tour de France 2017 die Gesamtführung erobert. Den Tagessieg sicherte sich Fabio Aru. Eine Ausreißergruppe wurde erst kurz vor dem steilen Schlussanstieg gestellt.

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Fabio Aru vom Astana-Team hat am fünften Tag der Tour de France 2017 die Etappe von Vittel nach La-Planche-des-belles-Filles gewonnen. Nach 160,5 Kilometern kam der Vuelta-Sieger von 2015 als Erster ins Ziel. Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden sicherte sich Vorjahressieger Christopher Froome, der als Tagesdritter mit einem Rückstand von 20 Sekunden ins Ziel kam. Sein Teamkollege Geraint Thomas, der bislang im Besitz des Maillot Jaune war, verlor als Zehnter 20 Sekunden auf den britischen Top-Star seiner Mannschaft. Froome feierte damit das 45. Führungstrikot der Frankreichrundfahrt in seiner Karriere. 2012 hatte der dreimalige Toursieger an diesem Ort erstmals eine Etappe gewonnen.

Unmittelbar nach dem Start hatte sich eine hochkarätige Fluchtgruppe mit acht Fahrern gebildet, die auf den ersten 30 Kilometern einen Vorsprung von bis zu dreieinhalb Minuten herausfahren konnte. Helfer aus den Teams der Gesamtsieg-Favoriten Froome, Nairo Quintana (Movistar) und Richie Porte (BMC) bemühten sich anschließend auf dem relativ flachen Streckenabschnitt, die Lücke zu den Ausreißern um Thomas Voeckler (Direct Énergie) nicht zu groß werden zu lassen. Der 38-jährige Franzose, der seine 15. und letzte Tour de France fährt, konnte den Abstand allerdings vorerst gemeinsam mit seinen Mitstreitern halten.

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Tour de France: Favorit Froome erstmals in Gelb

Beim Zwischenspurt in Faucogney 58 Kilometer vor dem Ziel bewies dann der Norweger Edvald Boasson-Hagen (Dimension Data) seine Sprintqualitäten und sicherte sich als Erster der Fluchtgruppe den Sieg. Kurz darauf mussten zwei Fahrer abreißen lassen und wurden vom Peloton geschluckt. Die folgende Bergwertung der dritten Kategorie fünf Kilometer später entschied Jan Bakelants (AG2R-La Mondiale), als er mit einer Attacke kurz vor der Côte d'Esmoulières das Tempo anzog.

Aru wird für seinen Mut belohnt

Mit einem Vorsprung von 90 Sekunden startete Philippe Gilbert (Quick-Step Floors) 13 Kilometer vor dem Ziel eine Attacke, die die Spitzengruppe abermals ausdünnte. Lediglich Bakelants konnte zunächst das Tempo des Straßenweltmeisters von 2012 mitgehen. Der Belgier Gilbert wurde mit der Ehrung als kämpferischster Fahrer des Tages für sein Engagement belohnt.

Auf dem schwierigen Schlussanstieg mit einer durchschnittlichen Steigung von 8,5 Prozent auf den finalen knapp sieben Kilometern musste das Duo aber die Geschwindigkeit drosseln, das von Sky angeführte Hauptfeld schloss immer weiter auf. Als die beiden verbliebenen Ausreißer eingeholt waren, stahl sich Astana-Fahrer Aru davon. Der Italiener trat 2,3 Kilometer vor dem Ziel an, Titelverteidiger Froome nahm mit einigen Fahrern dessen Verfolgung auf. Am Ende siegte Aru bei der ersten Bergankunft dieses Jahres 15 Sekunden vor seinen Verfolgern.

Nach dem hektischen Schlussspurt am Vortag, der in der Disqualifikation von Sprintstar Peter Sagan und dem verletzungsbedingten Aus von Mark Cavendish endete, verlief die Etappe ohne nennenswerte Unfälle. Tony Martin musste während der Etappe den medizinischen Begleitwagen ansteuern. Der siebenmalige Einzelzeitfahrweltmeister aus Deutschland konnte jedoch trotz seiner Blessuren, die er sich bei einem Massensturz am zweiten Tag zugezogen hatte, das Rennen beenden.

lst

insgesamt 3 Beiträge
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andreass61 06.07.2017
1. Froome
ich vermute das Froome sich beim letzten Anstieg bewusst zurück gehalten hat, denn in den Jahren zuvor konnte Froome niemand, auch nur annähernd folgen, wenn dieser zum Schlussspurt ansetzte. Folglich konnte aus dieser Dominanz nur gefolgert werden, das hier wohl mit ärztlicher Unterstützung, nachgeholfen wurde, denn selbst die ausgewiesenen Kletterer konnten ihm nicht folgen.
spankyspangler 06.07.2017
2. Herrn Froome...
...hat in den letzten Jahren keiner was vorgemacht, wenn es darum ging, die höchst mögliche Unästhetik im Fahrstil an den Tag zu legen. Aber Herr Aru gestern, diese Frequenz im Wiegetritt, Hut ab, so etwas habe ich lange nciht gesehen. Sicherlich hat sich gestern niemand zurückgehalten. Aru ist gut ausgeruht, Richie Porte hat ein super Team, könnte mal wieder eine spannende Tour werden.
edurojo 06.07.2017
3.
Zitat von andreass61ich vermute das Froome sich beim letzten Anstieg bewusst zurück gehalten hat, denn in den Jahren zuvor konnte Froome niemand, auch nur annähernd folgen, wenn dieser zum Schlussspurt ansetzte. Folglich konnte aus dieser Dominanz nur gefolgert werden, das hier wohl mit ärztlicher Unterstützung, nachgeholfen wurde, denn selbst die ausgewiesenen Kletterer konnten ihm nicht folgen.
Weil Froome niemand folgend konnte, kann es sich also nur um ärztliche Unterstützung handeln? Dann sind alle Sportler*innen, die dominieren und dominiert haben nur so gut, weil sie ärztliche (unerlaubte) Unterstützung haben bzw. hatten? Bisschen schwach so eine pauschale Unterstellung ganz ohne Beweise.
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