Bruch des Schulterblatts Tour-Aus für Cavendish nach Sagans Ellenbogencheck

Für Mark Cavendish ist die Tour de France schon beendet: Bei seinem schweren Sturz verletzte sich der Brite zu schwer. Das Team von Sturz-Verursacher Peter Sagan legte gegen dessen Ausschluss unterdessen Protest ein.

Mark Cavendish
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Mark Cavendish


Nach seinem schweren Sturz auf der vierten Etappe ist die diesjährige Tour de France für Mark Cavendish beendet. Der frühere Weltmeister erlitt einen Bruch des Schulterblatts, teilte sein Team Dimension Data mit. Eine Operation bleibt ihm zunächst erspart. Der 30-jährige Brite war zuvor dick bandagiert ins Krankenhaus gebracht worden, nachdem ihn sein Konkurrent Peter Sagan bei hohem Tempo einen üblen Ellbogenschlag verpasst und ihn in die Balustraden gedrängt hatte.

"Ich bin natürlich unheimlich enttäuscht", so Cavendish. "Ich sah mich in einer guten Position zu gewinnen, diese zu verlieren und sogar die Tour verlassen zu müssen, ein Rennen, um das ich meine ganze Karriere gebaut habe, ist wirklich traurig." Den Rest des Wettbewerbs werde er nun gezwungenermaßen vor dem Fernseher verfolgen.

Der Vorfall hatte sich im Schlussspurt der Etappe nach Vittel ereignet, Sagan wurde für sein Verhalten von der Rennjury mit dem Ausschluss von der Tour bestraft. "Wir haben uns dazu entschieden, Peter Sagan von der Tour de France 2017 zu disqualifizieren. Er hat auf den letzten Metern des Sprints Kollegen ernsthaft gefährdet", sagte Jury-Präsident Philippe Marien aus Belgien.

Gegen die Entscheidung legte Sagans deutsches Team Bora-hansgrohe am Abend offiziell Protest ein. Der Slowake Sagan habe versichert, Cavendishs schweren Sturz "weder verursacht noch in irgendeiner Weise beabsichtigt zu haben".

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Tour de France: Massensturz kurz vor dem Ziel

Sagan selbst teilte mit: "Ich habe im Sprint nicht gewusst, dass Mark Cavendish hinter mir war. Er kam sehr schnell von hinten, und ich hatte einfach keine Zeit mehr, zu reagieren und nach links auszuweichen." Cavendish und er seien "Freunde und Kollegen im Peloton. Ich hoffe, dass Mark sich schnell erholt."

max/dpa/sid



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bauigel 05.07.2017
1. Völlig richtig
Der Ausschluss ist völlig richtig und längst überfällig gewesen. Völlig unverständlich sind Leute die behaupten, dass Sagan nicht Schuld gewesen sei. Auf dem Video von vorne ist mehr als klar zu erkennen, dass Sagan nicht nur unnötigerweise komplett die Seite gewechselt hat, sondern auch den neben ihn fahrenden Cavendish bewusst in die Absperrung gedrückt hat. Dies ist endlich mal ein Zeichen. Oder muss erst jemand noch schnwerer verlett werden?
cm1 05.07.2017
2. Cavendish
Zwischen Sagan und der Absperrung gab es keinen Platz. Eine unnatürliche Bewegung im Sprint oder gar ein Ellenbogenschlag ist auf den TV-Bilder nicht zu sehen.
fatherted98 05.07.2017
3. Doch...
Zitat von cm1Zwischen Sagan und der Absperrung gab es keinen Platz. Eine unnatürliche Bewegung im Sprint oder gar ein Ellenbogenschlag ist auf den TV-Bilder nicht zu sehen.
...ist genau zu sehen. Cavendish wollte an der Bande vorbei...(Fehler von ihm)...aber Sagan fuhr genau dort den Ellenbogen aus und hakte ein....dadurch stürzte Cavendish....Regelwiedrig mit schwerer Konsequenz...also Ausschluss.
cecco 05.07.2017
4. Sebastian Sagan
Also. so richtig hasenrein war das von Sagan ebenso wenig wie der Check von Vettel gegen Hamilton. Aber: Wo, Mr. Cavendish wollten sie denn hin? Da war kein Platz und wenn sie durchgekommen wären hätten sie das ganze Peloton im Dominoeffekt nach links umgeschmissen. Die Ellenbogen kommen sowieso, in JEDEM Sprint und von jedem Fahrer! Erinnert sich noch jemand daran, wie Cavendish mitten in einem für ihn missratenen Sprint seinem Vordermann eine Trinkflasche ins Kreuz geworfen hat? Also: Mund abwischen, Sagan eine Zeitstrafe verpassen und ihn weiter fahren lassen.
Senekah 05.07.2017
5. Fehlentscheidung?
Sehe das genauso wie cm1. Seht euch bitte einfach mal https://t.co/D8cxvZbu7K an. Cavendish ist buchstäblich mit seinem gesamten Körper und Kopf seitlich in Sagan rein gefahren, Sagan hat darauf eine Ausgleichbewegung gemacht, um sein Gleichgewicht zu halten. So wie ich das sehe gab es keinen Check, nur eine zu kleine Lücke und einen übermütigen Cavendish...
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