Ankunft in Paris Bernal gewinnt Tour de France 2019

Der Frieden auf der letzten Etappe hat gehalten: Egan Bernal fuhr im Gelben Trikot nach Paris und triumphiert als erster Kolumbianer bei der Tour de France.

Egan Bernal (r.) bei seiner Triumphfahrt durch Paris
Gonzalo Fuentes / REUTERS

Egan Bernal (r.) bei seiner Triumphfahrt durch Paris


Egan Bernal hat die Tour de France 2019 gewonnen. Der 22-Jährige trug bei der Ankunft in Paris das Gelbe Trikot. Seine Konkurrenten attackierten den Kolumbianer nicht mehr, wie es bei der Schlussetappe der Frankreichrundfahrt Brauch ist. Das Bergtrikot gewann der Franzose Romain Bardet, Sprinter Peter Sagan holte zum siebten Mal das Grüne Trikot, womit er Erik Zabel davonzog und nun alleiniger Rekordhalter ist. Die letzte Etappe gewann der Australier Caleb Ewan.

Die Entscheidung fiel bei dieser Tour auf der 19. Etappe. Diese war nach 89 von 126,5 Kilometern abgebrochen worden, da Hagel und eine Gerölllawine die Straße versperrten. Der Sieger dieser Entscheidung war Bernal, der am Anstieg zum Iseran eine erfolgreiche Attacke gestartet und sich auf der Etappe einen Vorsprung von mehr als zwei Minuten auf den Gesamtführenden Julian Alaphilippe herausgefahren hatte. Nach dem Abbruch übernahm er so das Gelbe Trikot und hatte in der Gesamtwertung einen Vorsprung von 45 Sekunden.

Bester deutscher Fahrer war Emanuel Buchmann, der mit Platz vier zur besten deutschen Platzierung seit 2006 fuhr. 25 Sekunden fehlten dem 26-Jährigen zum Podium. Dort landeten Vorjahressieger und Bernal-Teamkollege Geraint Thomas auf Platz zwei und Steven Kruijswijk vom Team Jumbo-Visma auf Platz drei.

Auf der 20. Etappe konnte der Kolumbianer seine Führung verteidigen und sicherte sich damit den Gesamtsieg bei der Tour. Der jüngste Toursieger ist Bernal allerdings nicht. Der Franzose Henri Cornet konnte die Tour 1904 mit 19 Jahren gewinnen.

tip/dpa



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ackermart 29.07.2019
1. Die langjährige Dominanz ...
eines - diesjährig nun wegen neuem Sponsor umbenannten - Rennstalls hat ihre Siegesserie fortgesetzt. Dabei liegt es an der Gestaltung des Tour-Profils, auf welche Spezialisten dieser Mannschaft man den Sieg gleichsam zuvor bereits zuschnitt. Aus dem Jenseits auch nur der Ahnung um die diesbezüglichen Durchsetzungsmächte von Vorentscheidungen wirkt es zumindest fragwürdig, wie ein 14 tägig verteidigtes Gelb-Trikot so kurz vor Schluss verloren gehen konnte, denn dies widerspricht allen Zuschauerfahrungen der letzten Jahrzehnte. Die "chemische" Unschuld hat die Tour ja schon mal verloren und nie wieder ganz zurückgewonnen, womit man sich letztlich in Realismus wohl abfinden muss. Mich beschleicht indes als neuer Verdacht die Frage, inwiefern es noch in der Ferne liegt, andere als sportliche Zeichen der Fairness quasi zu programmieren. Wenn es also im Zuge der globalisierten Entdiskriminierung darum geht, noch immer sieglos gebliebene Kontinente oder ethnische Minoritäten bei der Preisvergabe zu berücksichtigen. Mag sein, dass dies eine Zwangsvorstellung ist. Diese merkwürdig bekräftigend ist jedoch die kaum noch anklingende Dopingproblematik. Gilt die womöglich als politisch unkorrekt, seit es auch auf der Tour mehr nun um die Rettung Europas wie des Klimas geht und die der Welt sowieso? Ganz abgesehen also noch von den national mehr naheliegend farblichen Bezügen von Trikot's und Westen dazu.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.